30.01.2019

Die Bundesregierung hat sich gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen entschieden. Auf das Argument der Polizeigewerkschaft, wonach ein Tempolimit die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr erheblich senkt, sagt sich die Bundesregierung offensichtlich: Raser, die sich totfahren, sind ein sich selbst lösendes Problem.

51 Prozent der Deutschen sind für ein Tempolimit, 47 Prozent sind dagegen – die restlichen 2 Prozent beantworten die Umfrage gerade bei Tempo 250 via Handy.

Um Kohlendioxid, Feinstaub und Stickoxide muss man sich übrigens genauso wenig Sorgen machen wie um Armut – es gibt da irgendeinen Lungenarzt mit der Ansicht, die negativen Folgen von Armut seien völlig überbewertet und die Beitragssätze für Rentner und Hartz-IV-Empfänger viel zu hoch, denn in seiner Praxis sei noch kein einziger Mensch verhungert.

Freiheit bzw. keine Gängelei zu wollen ist übrigens das Hauptargument derjenigen, die gegen ein Tempolimit sind. Die meisten Menschen in diesem Land haben sich noch nie in ihrem Leben gegen die Einschränkungen infolge von Diskriminierungen oder Niedriglöhnen oder Konsumfixiertheit oder repräsentativer statt direkter Demokratie engagiert.

Angesichts all der Probleme, die es derzeit zu bewältigen gilt, stellt sich ein Großteil der so freiheitsliebenden Menschen in diesem Land zum Glück die richtigen Fragen: Wird Deutschland bei der nächsten Handball-WM Weltmeister? Und: Warum wird ausgerechnet Florian Silbereisen neuer Kapitän vom 'Traumschiff'?

Um die beiden ebenbürtigen Werte Verkehrssicherheit und individuelle Freiheit in Einklang zu bringen, empfiehlt sich – wie in vielen Fällen – ein Kompromiss: Jeder Bürger kann auf den Autobahnen hierzulande die Höchstgeschwindigkeit fahren, die seinem EQ entspricht – also seiner Emotionalen Intelligenz, zu der auch die Empathie und die menschliche Reife zählen. Für viele Autofahrer werden die deutschen Autobahnen dann zu Tempo-30-Zonen.

29.01.2019

Der ehemalige Chef der Kaffeekette Starbucks, Howard Schultz, möchte bei den nächsten US-Präsidentschaftswahlen als Kandidat antreten. Die Wähler müssen sich auf dem Wahlzettel entscheiden zwischen Howard-Schultz-To-Go und Howard-Schultz-Short und Howard-Schultz-Sojamilch und Howard-Schu...

28.01.2019

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat nun beschlossen, dass der Kohleausstieg erfolgt – bis zum Jahr 2038. Zu den nächsten Zielen der Bundesregierung gehören eine Rentenreform bis zum Jahr 3038 und der landesweite Breitbandausbau bis zum Jahr 4038.

Der Kohleausstieg kann auch nicht eher erfolgen – zum einen müsste dazu die Kraft und Zeit, mit der ständig behauptet wird, wir wären auf die fossilen Energieträger angewiesen, in den Ausbau alternativer Energieträger investiert werden.

Zum anderen brauchen die Kohlekraftwerke die Zeit bis zum Jahr 2038, um die derzeit schon stromliefernden Windkrafträder und Solaranlagen auf Kohleantrieb umzustellen.

27.01.2019

Aus aktuellem Anlass, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der Blog-Beitrag vom 27.01.18:

Heute, am 27. Januar, ist der Tag, an dem der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Der 27. Januar ist jedoch auch der Tag, an dem viele Deutsche sich ihrer selbst als Opfer des Nationalsozialismus gedenken, weil es über 70 Jahre nach dessen Ende diesen Gedenktag gibt, und an dem sie von ihrer persönlichen Unschuld am Nationalsozialismus so ergriffen sind, dass sie nun nichts gegen das Erstarken nationalistischen Gedankenguts tun.

Auch nach diesem Gedenktag werden an deutschen Schulen Kinder nur wegen ihres jüdischen Glaubens gemobbt und geschlagen, erhalten jüdische Restaurantbesitzer Morddrohungen, werden in diesem Land antisemitische Parolen skandiert. Der Antisemitismus in Deutschland hat genau betrachtet jedoch nicht stark zugenommen – der Antisemitismus in Deutschland hat nie abgenommen.

Der Antisemitismus bekam mit der AfD jedoch einen Lautsprecher mit Hundekrawatte.

(Bei den AfD-Politikern wartet man förmlich auf die Forderung, die Juden, die laut aller verzerrten Tatsachen und Verschwörungstheorien an allem schuld sind, müssten bei den Deutschen um Entschuldigung bitten, weil sie mit ihrer Existenz die Deutschen zum Antisemitismus nötigen.)

Neue Regelung: Nicht nur Feier- und Gedenktage – jeder Tag ist ein Tag der Menschlichkeit und des immerwährenden Widerstands gegen Unrecht.

25.01.2019

Ihr, AfD-Politiker, habt nun von der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ein Aufenthaltsverbot erhalten, solange Ihr Euch "nicht glaubhaft von den antidemokratischen, menschenrechtsfeindlichen und geschichtsrevisionistischen Positionen" in Eurer Partei distanziert.

(Bis dahin wird ein Äon vergehen, denn eher macht ein Bremer Kantholz wegen der aus jahrelanger Nichtverwendung resultierenden Langeweile einen Universitätsabschluss als ein AfD-Politiker eine einsichtige Äußerung.)

Und, nein, das ist kein unberechtigtes Aufenthaltsverbot. Allein die Anzahl Eurer Äußerungen, die den Holocaust infrage stellen, ist größer als die Anzahl der Hauptschulabbrecher unter AfD-Wählern.

Im letzten Jahr musste in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen außerdem eine Führung abgebrochen werden, weil in einer Besuchergruppe aus dem Wahlkreis der AfD-Politikerin Alice Weidel einige Teilnehmer diese Führung mit antisemitischen Äußerungen gestört und zudem die Existenz von Gaskammern angezweifelt haben.

Für Euch, AfD-Politiker, ist der geeignetste Aufenthaltsort zweifellos das Dschungelcamp – wenn Ratten, Krokodile und Kakerlaken mal eine Ekelprüfung ablegen möchten.