06.09.2019

Auf Wunsch meiner Blog-Leserinnen und -Leser etwas aus meinem Buch „Empathie gibt's eben nicht als Schnäppchen":

Viele Menschen klagen, früher sei alles besser gewesen. Heutzutage gebe es Terroranschläge, Lebensmittelskandale und überteuerte Medikamente. Die Frage ist, in welcher der guten alten Zeiten sie leben möchten. In Zeiten der Weltkriege, der Hungerkatastrophen oder der Pest?

04.09.2019

Viele Menschen sind gleichermaßen traurig und empört darüber, dass der Regenwald fortwährend brennt; doch da die Brandrodungen, mit denen die Landbesitzer sowohl Weideland als auch Anbauflächen für Futtermittel gewinnen möchten, in Zukunft nur mit einer Änderung des Lebensstils verhindert werden können, wozu auch der Verzicht auf billiges Fleisch gehört, beruhigen sich viele Menschen damit, dass sie mit dem Facebook-Posting von Fotos, die die Waldbrände zeigen, alles erdenkliche zur Rettung des Regenwaldes getan haben.

02.09.2019

... man kann der SPD nicht übelnehmen, dass sie besonders nach dem Landtagswahlergebnis in Sachsen völlig verzweifelt kompetentere Kandidaten für den Parteivorsitz sucht, aber anonyme Anrufer haben sich beim Berliner Zoo erkundigt, ab wann die beiden frischgeborenen Panda-Babys laufen können.

01.09.2019

... der Mangel an guter Politik wird auch offenkundig, wenn man sich schon darüber freut, dass bei den derzeitigen Landtagswahlen die CDU (in Sachsen) und die SPD (in Brandenburg) stärkste Kraft geworden sind – und zumindest nicht die AfD.

So, wie der Mangel an guter Küche offenkundig wird, wenn man sich schon darüber freut, dass es zum Essen Schmierseife und Staubflusen gibt – und zumindest keine Fäkalien.

30.08.2019

Andreas Kalbitz, AfD-Spitzenkandidat in Brandenburg, hat inzwischen zugegeben, vor einigen Jahren an einem Neonazi-Aufmarsch in Athen teilgenommen zu haben. Allerdings distanziert sich Kalbitz:

„Mit 13 anderen deutschen Rechtsextremisten, zu denen auch NPD-Mitglieder gehörten, in einem Hotel einquartiert? – Ich konnte nicht ahnen, dass die Teilnehmer dieser Reisegruppe Rechtsextremisten sind; ich habe geglaubt, sie zeigen mit ihrem ständig ausgestreckten rechten Arm an, wie weit ihr Weltbild reicht."

„Auf dem Balkon eines Hotelzimmers die Hakenkreuz-Fahne gehisst? – Wir können ja alle kein Griechisch und wollten nur das mutmaßliche ‚Bitte-nicht-stören'-Schild weithin sichtbar anbringen."

„Scheinheilige Ausreden? – Versuchen Sie mal, gute Argumente zu bringen, wenn Sie, so wie ich früher, als Fallschirmjäger nach dem Absprung immer nur ungebremst auf dem Kopf gelandet sind."