15.03.2019

Wenn, AfD-Politiker, der Täter, der bei dem Terroranschlag in Neuseeland (eventuell mit Komplizen) mindestens 49 Menschen tötete und mindestens 48 Menschen verletzte, ein Muslim gewesen wäre, dann hättet Ihr jetzt schon längst Postings verbreitet, wonach dieser Terroranschlag beweist, dass ein friedliches Zusammenleben mit Muslimen unmöglich ist – und natürlich wäre das die Schuld Angela Merkels gewesen, weil sie höchstselbst den Seeweg nach Neuseeland entdeckt hat, dort die Grenzen öffnete und somit den Weg für islamistische Terroristen freimachte.

Da der Täter aber ein weißer und bekennender Rechtsextremist ist und die Opfer Muslime sind, arbeitet Ihr jetzt noch an den Postings, wonach dieser Terroranschlag beweist, dass ein friedliches Zusammenleben mit Muslimen unmöglich ist – weil Muslime den Rechtsextremisten angeblich ebenso zu dem Terroranschlag verführt haben wie Ministranten einen Priester zum Missbrauch.

Das Problem besteht nicht in dem Zusammenleben mit Menschen islamischen Glaubens. Das Problem besteht in dem Zusammenleben mit Menschen ohne Herz.

@Solidarität-mit-den-Menschen-Neuseelands

13.03.2019

Von A wie aktuell bis L wie Lexikon:

Annegret Kramp-Karrenbauer: CDU-Vorsitzende mit dem Weltbild einer Toilette, die auch den konservativsten CDU-Mitgliedern die Sicherheit gibt, mit ihr wieder einen Mann ins Bundeskanzleramt zu wählen

Bühnen-Comeback: im bevorstehenden Fall Dieter Bohlens mit Modern-Talking-Songs der Beweis dafür, dass Wissenschaftler wegen des Klimawandels zu Recht vor großen Plagen warnen

Flugzeugträger: aktueller Vorschlag Annegret Kramp-Karrenbauers, damit die für den Bau von Schulen und Kindertagesstätten so dringend benötigten Steuergelder fortan nicht mehr nur für den BER verschwendet werden

13. März: ebenso gut wie der 8. März und jeder andere Tag im Jahr geeignet, um sich für die Gleichberechtigung der Frauen zu engagieren

Spendenaffäre: Nachweis der AfD, neben den von ihr als korrupt beschimpften Parteien eine mindestens ebenbürtig korrupte Alternative zu sein

Zoll: Maßeinheit für die Weitsicht der Briten, zu Gunsten ihrer Wirtschaft aus der EU austreten zu wollen

(wird fortgesetzt)

12.03.2019

Ein Gericht in Ancona (Italien) hat zwei Männer vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen – mit der Begründung, die Frau sei nicht attraktiv und sehe zu männlich aus, als dass die Angeklagten daran interessiert sein könnten, sie zu vergewaltigen.

Das Gericht fügte hinzu: „Das Foto in ihrer Akte scheint das zu bestätigen."

...

Jeder Mensch, der einem Mann mutmaßlich dessen Fiat oder Smart gestohlen hat, wird fortan vom Vorwurf des Autodiebstahls freigesprochen – mit der Begründung, dieses Auto sei nicht attraktiv und sehe zu billig aus, als dass andere daran interessiert sein könnten, dieses Auto zu stehlen.

Ein Blick in die Pannenstatistik scheint das zu bestätigen.

10.03.2019

Du, Christian Lindner, hast die Schüler, die freitags für den Klimaschutz demonstrieren, kritisiert und gesagt, die Schüler sollten lieber in den Unterricht gehen und sich „über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren" – dabei kennt schon jedes Kindergartenkind den naturwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhang, dass eine Null, die ständig heiße Luft absondert und nur als Lobbyisten-Zäpfchen tätig ist, FDP-Vorsitzender wird.

Anstatt sich so viele weiterhin an eine Gesellschaft anpassen, in der Menschen als Schüler meist unnötiges Wissen von ihrem Banknachbarn abschreiben und als Erwachsene diesen Planeten mit unnötigem Konsum oder Müll oder Flugverkehr ruinieren – oder mit ihrem SUV, weil sie schon als Kinder mit einem hundert Meter langen Schulweg keine andere Art der Fortbewegung kannten, sollten sich alle Menschen – ob jung oder alt, ob klug oder FDP-Politiker – für einen intakten Planeten engagieren, auf dem kein Papier mehr für Wahlplakate oder Aussagen von Dir, Christian Lindner, verschwendet wird.

08.03.2019

Anlässlich des Internationalen Frauentages noch einmal der Blog-Beitrag vom 07.11.2017, den ich zur damals wie heute aktuellen Sexismus-Debatte geschrieben habe:

Leider brauchen viele Männer eine Liste mit einigen Verhaltensmaßregeln gegenüber Frauen:

1. Schon aus Gründen des Respekts haben Männer sexistische Anmachsprüche gegenüber Frauen zu unterlassen. Die Chance eines Mannes, mit sexistischen Anmachsprüchen eine Frau zu beeindrucken, ist ohnehin genauso gering wie die Chance, mit dem Aufsagen einer McDonalds-Speisekarte ein Fünf-Sterne-Menü zu kochen.

2. Männer haben gegenüber Frauen auf vermeintliche Komplimente zu verzichten, wenn diese offensichtlich nicht erwünscht sind. Wenn eine Frau genervt die Augen verleiert oder schon Aufwärmübungen für Sidekicks macht, dann erübrigen sich für einen Mann gegenüber der Frau lobende Worte über den Zustand ihres Bindegewebes.

3. Wenn eine Frau „Nein" sagt, dann haben Männer dieses „Nein" zu akzeptieren. Oder, um es für viele Männer noch zu verdeutlichen: Bei dem „Nein" einer Frau haben Männer genauso einsichtig zu reagieren wie bei der Antwort auf die Frage, ob der HSV deutscher Fußball-Meister wird.

4. Männer haben niemals das Recht, Frauen körperlich zu drangsalieren. Auch wenn so mancher Mann seine Existenz nur dem Umstand verdankt, dass sich sein Vater erfolgreich an einer Trottellumme vergangen hat.

5. Wenn eine Frau gegenüber einem Mann nicht einmal subtile Anzeichen von Interesse an ihm zeigt – und die für die meisten Männer wahrnehmbaren subtilen Anzeichen sind Leuchtraketen, Anfeuerungsrufe, Hupkonzerte oder Signalfahnen – dann hat dieser Mann von der Frau mindestens eine Grapsch-Armlänge Abstand zu halten.

6. Eine fremde Frau, die in der Dunkelheit allein auf der Straße unterwegs ist, sollten Männer prinzipiell nicht auf ein Treffen ansprechen. Eine Frau, die in der Dunkelheit auf der Straße von einem fremden Mann nach einem möglichen Treffen gefragt wird, empfindet das genauso störend und beängstigend wie ein Mann, der beim Fußballschauen im Kreis all seiner Freunde von seiner Frau nach dem nächsten gemeinsamen Einkauf gefragt wird.

7. Ein Mann hat eine Frau niemals gegen deren Willen zu berühren. Die Überzeugung vieler Männer, das Gesäß einer Frau zu begrapschen sei ein Beweis für ihre Männlichkeit, ist ohnehin genauso falsch wie die Überzeugung, ein Stück Lende zu begrapschen sei ein Beweis für Kochkunst.