26.09.2017

Heute, zwei Tage nach der Bundestagswahl, verkündet Frauke Petry ihren Austritt aus der AfD. Die gleiche Absicht bekundeten gleich darauf ihr Ehemann Marcus Pretzell und zwei andere führende AfD-Politiker.

Es war absehbar, dass die AfD sich selbst zerlegt. Und aufgrund ihrer Denkweise und Rhetorik tut sie das mit einem Blitzkrieg.

25.09.2017

Sehr verachtete AfD-Politiker und -wähler, liebe Mitmenschen,

1. Das Wahlergebnis von 12,6 Prozent für die AfD ist für deren Politiker und Wähler kein berechtigter Grund zum Stolz und für uns kein Grund zum Klagen. Der Umstand, dass nun eine rechtsextreme Partei wie die AfD im Bundestag sitzt, ist wie Diarrhoe. Natürlich gibt es schönere Phasen im Leben eines Menschen, aber wir werden uns davon nicht beirren lassen, und wir werden diese Diarrhoe wieder loswerden.

Und sogar Coli-Bakterien sind den AfD-Politikern und -wählern geistig wie körperlich überlegen.

2. Sie, Alexander Gauland, sagten: „Wir werden Sie jagen.“ Jagen kann man aber nur jemanden, der entweder flieht oder sich versteckt. Niemand von uns flieht oder versteckt sich vor AfD-Politikern und deren Wählern. Die einzigen, die fortan jagen werden, sind die Herren mit der Zwangsjacke, vor denen die AfD-Politiker feige geflüchtet sind.

3. Die AfD-Politiker und deren Wähler sind stolz auf das Wahlergebnis von 12,6 Prozent. Zu Unrecht. Gewiss: 12,6 Prozent für eine rechtsextreme Partei sind für jeden Menschen mit Verstand und Charakter 12,6 Prozent zu viel.

Aber, Ihr AfD-Politiker: Die NSDAP hat 1933 ein Wahlergebnis von 43,9 Prozent erreicht. Ihr AfD-Politiker seid die erbärmlichsten Nazis, die Deutschland jemals hatte.

Ihr AfD-Politiker wollt stolz sein dürfen auf die Leistungen der deutschen Soldaten und auf Hxxxtler; aber Hxxxtler ist nicht stolz auf Euch. Angesichts des Stimmenrückgangs von 43,9 Prozent auf 12,6 Prozent hat es der Fxxxhrer in Runenschrift zornentbrannt auf die Innenseite seines Sarges geschrieben: Mit Euch Versagern würde er nicht einmal eine Dönerbude in Hoyerswerda überfallen.

4. Im Kampf gegen Rechtsextremismus und im Engagement für Menschlichkeit und Weltoffenheit gilt für alle anderen natürlich: Jetzt erst recht.

22.09.2017

Spätestens, wenn die Verkäuferinnen die Schokoladen-Weihnachtsmänner in die Regale räumen, wird jedem bewusst: Heute ist Herbstanfang.

20.09.2017

Die AfD will Ausländer, die in Deutschland straffällig geworden sind, in Gefängnissen unterbringen, die sie im Ausland unter deutscher Leitung eröffnen möchte. Im Ausland gibt es jedoch schon einen gesonderten Ort für Menschen, die die Menschenrechtserklärung nicht anerkennen, Kinder missbrauchen, keine Arbeit annehmen und Frauen nicht als gleichberechtigt erachten. Dieser Ort heißt Vatikan.

In Deutschland leben aber unbestreitbar Menschen, deren Absichten gegen die Interessen der Bürger verstoßen, denn diese Menschen sind – das steht schwarz auf weiß in ihren Hetzschriften – nachweislich:

- gegen einen Mindestlohn

- gegen höhere Rentenbezüge

- gegen die Besteuerung von Börsenspekulationen

- gegen die Wiedereinführung der Vermögenssteuer

- gegen das Streik- und Demonstrationsrecht

- gegen den Kündigungsschutz

- gegen die Gleichberechtigung von Frauen

Da diese Menschen, deren Überzeugungen und Äußerungen zum Teil gegen unsere Grundrechte verstoßen, sich hierzulande dennoch auf freiem Fuß bewegen dürfen, tragen sie den für jeden anständigen Menschen gut wahrnehmbaren Warnhinweis: AfD.

Das bestmögliche Wahlergebnis der AfD in Prozent sollte deshalb genauso niedrig sein wie das bestmögliche Ergebnis einer Alkoholkontrolle in Promille.

18.09.2017

Als jemand, der kein Fußball guckt, habe ich es nur zufällig in den Nachrichten gehört: In der 1. Bundesliga hat Borussia Dortmund gestern gegen den 1.FC Köln 5:0 gewonnen. Weil eines der fünf Tore (eventuell) irregulär gezählt wurde, hat der 1.FC Köln gegen dieses Spiel Protest eingelegt und fordert eine Neuansetzung.

Klar.

Wenn Woody Allen in einem Boxkampf gegen Wladimir Klitschko verliert, liegt das auch nur daran, dass einer der Treffer Wladimir Klitschkos (eventuell) irregulär gezählt wurde.

Und nun streiten und diskutieren unzählige Menschen über die Entscheidung des Schiedsrichters, die er mit dem neueingeführten Videobeweis getroffen hat.

Auch das ist nachvollziehbar.

- Jeder 5. Beschäftigte in Deutschland arbeitet für einen Niedriglohn.

- Weltweit hungern 815 Millionen Menschen.

- Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Mangel- und Unterernährung.

- Jedes 5. Kind in Deutschland ist von Armut betroffen.

- In vielen Ländern herrscht Krieg, Not und Elend. Frauen werden vergewaltigt, Kinder müssen Sklavenarbeit verrichten, Städte werden in Schutt und Asche gebombt.

- Schädlings- und Unkrautbekämpfungsmittel wie Glyphosat vergiften unsere Nahrungsmittel.

- Massentierhaltung und Umweltzerstörung vernichten unsere Lebensgrundlagen.

- Geld, das auch Familien fehlt, um in deutschen Städten eine Wohnung bezahlen zu können, landet in Form von Bonuszahlungen auf den Konten sogenannter Spitzenmanager oder wird für katastrophal geplante Bauprojekte verschwendet.

- Menschen, denen es schlecht geht, richten ihren Hass ausgerechnet gegen die Menschen, denen es noch schlechter als ihnen geht.

Die Zukunft unserer Gesellschaft, das Wohl der Menschheit hängt also von der Frage ab, ob in einem Bundesligaspiel, das eine Mannschaft 5:0 verloren hat, ein Tor (eventuell) irregulär gezählt wurde, weil der Schiedsrichter den Videobeweis falsch gedeutet hat.

Aus diesem Grund gibt es zur Rettung der Menschheit auch nur eine Lösung: Aufgrund dessen, dass Schiedsrichter immer falsch entscheiden und auch Videobeweise Fehlentscheidungen nicht verhindern, wird der Zuschauerbeweis eingeführt – das heißt, fortan entscheiden die Zuschauer und Fans beider Seiten untereinander.

Das wird unserer Gesellschaft die Gerechtigkeit bringen, die derzeit so dringend gebraucht wird.