13.08.2019

Auf Wunsch vieler meiner Blog-Leserinnen und -Leser einer meiner Aphorismen zum Thema Nation (aus meinem Buch „Weisheit ist keine Bräunungsstufe"):

Auf die Nation berufen sich Bürger, die es zu nichts bringen, wovon sie sonst überzeugt sein können, und Politiker, die Bürger zu etwas bringen möchten, wovon diese sonst nicht überzeugt wären.

12.08.2019

Wegen der Urlaubszeit ein Evergreen aus meinem Blog (1. Teil):

Derzeit kehren viele Deutsche aus dem Urlaub zurück und haben traditionsgemäß viel Wissenswertes zu erzählen:

„Wir haben eine Rundreise durch die USA absolviert und waren auch in Las Vegas. Dort ist zwar durchaus einiges los, aber die Einrichtung von Caesars Palace ist historisch sehr ungenau nachempfunden."

„Unseren Urlaub haben wir in Frankreich verbracht. Die Einheimischen geben sich überhaupt keine Mühe, sich auf die Menschen aus anderen Ländern einzulassen. Egal, wen man auf Deutsch anspricht, alle Franzosen bleiben bei ihrer Muttersprache."

„Um uns einen Traum zu erfüllen, haben wir eine Reise nach Rom unternommen. Allerdings waren wir sehr enttäuscht. Wir werden erst wieder nach Rom fahren, wenn das Kolosseum fertiggestellt ist."

„Auf unserer Urlaubsreise durch Italien haben wir das weltberühmte Turiner Grabtuch erwerben können. Und der Straßenhändler vor dem Turiner Dom hat uns garantiert keine Fälschung verkauft. Der Straßenhändler war ein ehrlicher und seriöser Geschäftsmann. Deshalb verkaufte er von dem Turiner Grabtuch auch schon dreitausend Stück."

(wird fortgesetzt)

08.08.2019

Was auf der Sitzung des Schalker Ehrenrats geschah:

„Wir müssen für Clemens Tönnies eine Strafe finden. Seine Äußerung ‚Dann würden die Menschen in Afrika aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren' ist rassistisch und für die Menschen in Afrika beleidigender als für Schalke-Fans die (hypothetische) Äußerung ‚Schalker schlafen in BVB-Bettwäsche'."

„Aber wenn wir Clemens Tönnies hart bestrafen, dann ist das für uns ein großer Nachteil. Er hat so viel Geld und Einfluss."

„Stimmt. Dann ist seine Äußerung doch nicht rassistisch."

„Wir sollten uns darauf einigen, dass Clemens Tönnies sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender für drei Monate ruhen lässt. Das wird ihn genauso treffen wie die Menschen in Afrika die jahrhundertelangen Folgen eines kolonialistischen Weltbilds."

„Diese Strafe ist wirklich ausreichend. Mit seiner Äußerung, wonach manche Menschen angeblich nichts anderes im Sinn haben, als bei jeder sich bietenden Gelegenheit Nachwuchs zu zeugen, ist Clemens Tönnies auch gewiss nur von sich ausgegangen. Er hat ja nicht zufällig so viele Schweine."

07.08.2019

Du, Carsten Linnemann (CDU), forderst, dass Kinder mit schlechten Deutsch-Kenntnissen später eingeschult werden. Deine Forderung hätte – zu einem früheren Zeitpunkt – zwar vielen AfD-Wählern zwanzig Jahre erfolglosen Hauptschulbesuch erspart, weil sie demzufolge nie eingeschult worden wären.

Aber Deine Forderung ist dennoch so unsinnig wie die Forderung, Kinder erst dann einzuschulen, wenn sie sehr gute Physik-Kenntnisse haben. Schule ist ja gerade dafür da, damit Kinder die grundlegenden Dinge lernen – sowohl von den Lehrern als auch von den anderen Kindern. Und in den Schulen sitzen üblicherweise sowohl Kinder, die die deutsche Sprache von Haus aus gut können – als auch Kinder mit RTL-Hintergrund.

Wirklich sinnvoll sind zusätzliche Fördermaßnahmen für diejenigen, die auf einem bestimmten Gebiet drastische Defizite aufweisen. Zum Beispiel Ethik-Kurse für CDU-Politiker.

07.08.2019

Ihr Lieben, nun habe ich wieder Internetempfang. Höchste Zeit. Es war nervig, aus den Nachbarwohnungen immer zu hören:

„Liebling, seit dem Internetausfall ist mir das komische Ding an der Wand aufgefallen." – „Ach, DAS ist ein Fenster."

Oder:

„Was erlauben Sie sich, einfach so in meine Wohnung zu kommen?!" – „Ach, wir sind verheiratet ..."