08.03.2018

Anlässlich des Internationalen Frauentages noch einmal ein Beitrag aus dem letzten Jahr zur Sexismus-Debatte:

Leider brauchen viele Männer eine Liste mit einigen Verhaltensmaßregeln gegenüber Frauen:

1. Schon aus Gründen des Respekts haben Männer sexistische Anmachsprüche gegenüber Frauen zu unterlassen. Die Chance eines Mannes, mit sexistischen Anmachsprüchen eine Frau zu beeindrucken, ist ohnehin genauso gering wie die Chance, mit dem Aufsagen einer McDonalds-Speisekarte ein Fünf-Sterne-Menü zu kochen.

2. Männer haben gegenüber Frauen auf vermeintliche Komplimente zu verzichten, wenn diese offensichtlich nicht erwünscht sind. Wenn eine Frau genervt die Augen verleiert oder schon Aufwärmübungen für Sidekicks macht, dann erübrigen sich für einen Mann gegenüber der Frau lobende Worte über den Zustand ihres Bindegewebes.

3. Wenn eine Frau „Nein" sagt, dann haben Männer dieses „Nein" zu akzeptieren. Oder, um es für viele Männer noch zu verdeutlichen: Bei dem „Nein" einer Frau haben Männer genauso einsichtig zu reagieren wie bei der Antwort auf die Frage, ob der HSV deutscher Fußball-Meister wird.

4. Männer haben niemals das Recht, Frauen körperlich zu drangsalieren. Auch wenn so mancher Mann seine Existenz nur dem Umstand verdankt, dass sich sein Vater erfolgreich an einer Trottellumme vergangen hat.

5. Wenn eine Frau gegenüber einem Mann nicht einmal subtile Anzeichen von Interesse an ihm zeigt – und die für die meisten Männer wahrnehmbaren subtilen Anzeichen sind Leuchtraketen, Anfeuerungsrufe, Hupkonzerte oder Signalfahnen – dann hat dieser Mann von der Frau mindestens eine Grapsch-Armlänge Abstand zu halten.

6. Eine fremde Frau, die in der Dunkelheit allein auf der Straße unterwegs ist, sollten Männer prinzipiell nicht auf ein Treffen ansprechen. Eine Frau, die in der Dunkelheit auf der Straße von einem fremden Mann nach einem möglichen Treffen gefragt wird, empfindet das genauso störend und beängstigend wie ein Mann, der beim Fußballschauen im Kreis all seiner Freunde von seiner Frau nach dem nächsten gemeinsamen Einkauf gefragt wird.

7. Ein Mann hat eine Frau niemals gegen deren Willen zu berühren. Die Überzeugung vieler Männer, das Gesäß einer Frau zu begrapschen sei ein Beweis für ihre Männlichkeit, ist ohnehin genauso falsch wie die Überzeugung, ein Stück Lende zu begrapschen sei ein Beweis für Kochkunst.

06.03.2018

Gewiss, Starbucks, man kennt Euch nur so,

dass Ihr Euch dort breitmacht, wo es früher Cafés gab, deren Ambiente zum endlosen Lümmeln einlud und die zwar kein Fair-Trade-Siegel hatten, dafür aber tatsächlich fair gehandelten Kaffee,

dass Ihr mit Euren Filialen die Städte so eintönig und langweilig macht wie Til Schweiger mit seinem Gesichtsausdruck einen Film,

dass sich Eure Stammkunden gern ihre Vornamen auf die Kaffeebecher schreiben lassen, weil sie außer einem mit Filzstift auf einen Plastikbecher geschriebenem Vornamen nicht identitätsstiftendes vorzuweisen haben,

dass auch Ihr auf Kaffeekapseln gekommen seid, weil eine einzige Kaffeekapsel zur Abgabe der von Euch in Deutschland gezahlten Steuern reicht,

dass es auch wegen Eures Plastikabfalls in einem Kubikmeter Meerwasser inzwischen mehr Kunststoff gibt als in der gleichgroßen Oberweite eines Fotomodels,

aber aufgrund dessen, dass Ihr in einer Eurer Berlin-Filialen neulich eine ältere Frau abgewiesen habt, die sich wegen der Eiseskälte bei Euch kurz aufwärmen wollte (leider ohne Geld) und die ich – auf dem Heimweg von einem Auftritt zum Bahnhof – (samt fünf Euro Kaffeegeld) bei einem befreundeten und nahegelegenen Bühnenbesitzer untergebracht habe, werde ich fortan mit Empfehlungen an andere Menschen gern dafür sorgen, dass Ihr in Zukunft theoretisch zwar mehr Zeit habt, um Euren Profit aus dem Verkauf heißen Wassers zu zählen, aber dafür praktisch immer weniger Zeit braucht.

03.03.2018

Mutter Natur kann sehr nervend sein: Sie lässt es derzeit in Deutschland schneien, obwohl das aufgrund der vielen Facebook-Postings schon längst alle wissen.

28.02.2018

Und wenn die Menschen in Deutschland angesichts des Vorfalls, wonach eine Tafel in Essen wegen des immer größeren Andrangs vorerst nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu aufnehmen will, sich nur für einen Moment der altmodischen Kunst des Nachdenkens widmen würden und nicht der aktuellen Mode des größtmöglichen Wutgeschreis; wenn die Menschen in Deutschland nur für einen Moment mal damit aufhören würden, die Schuldigen entweder auf der Seite der Deutschen oder auf der Seite der Flüchtlinge zu suchen; wenn die Menschen in Deutschland sich nur für einen Moment zum Beispiel mal bewusst machen würden:

- dass ein VW-Spitzenmanager bis zu 17 Millionen Euro im Jahr verdient, weil er Abgaswerte fälschen lässt und hinsichtlich von Abgastests Tierversuchen zustimmt

- dass in diesem Land jeden Monat 41,4 Millionen Euro dafür ausgegeben werden, damit der Berliner Flughafen nicht fertiggestellt wird

- dass Kindergärtnerinnen für Niedriglöhne wertvolle Arbeit leisten, während die GroKo-Mitglieder für kindisches Gezänk ein üppiges Einkommen erhalten

- dass Investmentbanker den deutschen Staat um 31,8 Milliarden Euro betrogen haben – das sind 31.800 Lottogewinne in Höhe von jeweils einer Million Euro, eine Summe, von der Deutsche und Flüchtlinge jeden Tag gemeinsam Bunga-Bunga-Partys feiern könnten

- dass Konzernchefs von Apple und Nike von ihren Millionengehältern praktisch keine Steuern zahlen, weil ihre Tochterfirmen im Ausland für sie nützlicher sind als ihre Smartphones und Modeaccessoires für die Menschen

- dass in Deutschland die 45 reichsten Menschen so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung – unter anderem deshalb, weil die Vermögenssteuer im Jahr 1996 abgeschafft und wegen des Unvermögens der Bundestagsabgeordneten nicht wieder eingeführt wurde

- dass der Bundespräsident nach seiner Amtszeit sein ganzes Leben eine garantierte Pension von 240.000 Euro im Jahr dafür erhält, weil er mit seinen Weihnachtsansprachen vielen Menschen bei ihren Einschlafproblemen geholfen hat;

wenn die Menschen in Deutschland nur für einen Moment mal besonnen schweigen würden, dann könnten sie hören, wie Konzernchefs, Investmentbanker und Spitzenmanager angesichts dessen, dass die Leidtragenden ihres Reichtums sich gegenseitig fertigmachen, beim Geldzählen von Lachanfällen geschüttelt werden.

26.02.2018

Ihr, Ordnungsbeamte der Stadt Dortmund, verteilt also auch Strafzettel an Obdachlose wegen „Lagerns, Campierens und Übernachtens an öffentlichen Plätzen" – und das allein im Jahr 2017 ganze 407mal. Da Ihr infolge falschen Pflichtbewusstseins jedes Maß für Menschlichkeit und Gerechtigkeit verloren habt, nachfolgend eine neue Richtlinie, wo Strafzettel hingehören:

- an die Türen des Bundestags wegen unsachgemäßen Recyclings nichtwiederverwendbarer Flaschen

- an die Starbucks-Filialen wegen Verödung des Stadtbildes

- an die BILD-Zeitungen wegen Verödung des Menschenbildes

- an die H&M-Kleidung wegen Verursachung von Augenkrankheiten

- an die Nestlé-Wasserflaschen wegen schweren Raubs

- an die Konzerthallen bei Helene-Fischer-Konzerten wegen Lärmbelästigung