Satire-Blog

10.04.2021

Viele behaupten, es gebe keine absoluten Wahrheiten. Zahlreiche wissenschaftliche Dinge lassen sich tatsächlich nicht eindeutig klären:

Sind die Gehirne von AfD-Politikern so klein wie ein Natrium- oder wie ein Wasserstoffatom?

Was war zuerst da? Starbucks oder Steuerbetrug?

Und wer erfand das Saarland als Maßeinheit für Waldbrände und Ölteppiche?

Die Behauptung, es gebe keine absoluten Wahrheiten, ist jedoch falsch. Absolute Wahrheiten gibt es in humanistischen Dingen: Zum Beispiel hat kein Mensch das Recht, andere Menschen wegen deren Geschlecht, Herkunft oder sexuellen Identität zu diskriminieren.

Dazu gibt es keinen anderen Standpunkt, der berechtigt ist. Niemals wird sich herausstellen, dass Frauen weniger wert sind als Männer.

Niemals wird jemand einen Beweis entdecken, dass Menschen mit schwarzer Haut weniger wert sind als Menschen mit weißer Haut.

Und niemals wird jemand ein plausibles Argument dafür finden, dass homosexuelle Menschen weniger wert sind als heterosexuelle Menschen.

Daraus, dass es in humanistischen Dingen absolute Wahrheiten gibt, lässt sich das richtige folgern: Jeder Mensch sollte im humanistischen Sinne handeln – und nebenbei über die noch ungeklärten Menschheitsfragen nachdenken:

Hat Google die Welt erschaffen, oder entstand die Welt durch die Verdichtung menschlicher Vorurteile?

Warum sehen die Augen der meisten Menschen die Promiwelt in schillernden Farben und den Rest der Welt schwarz-weiß?

Und wann ist endlich Schluss damit, dass der kurzfristige persönliche Vorteil für die meisten Menschen mehr zählt als das Wohl aller Lebewesen?

08.04.2021

Als Armin Laschet verkündete, er werde das Osterwochenende zum Nachdenken nutzen, stellte man sich die Frage, worauf seine Entscheidungen sonst beruhen.

Seine Forderung nach einem sogenannten Brückenlockdown machte eines klar: Wenn sich Armin Laschet im Nachdenken versucht, dann führt das zu dem gleichen Ergebnis, als versuchte sich ein Eimer im Ballett.

Armin Laschets „Brückenlockdown" wäre nichts anderes als der derzeitige Lockdown, der in seiner bisherigen Form nichts bringt. In Anbetracht all dessen sollten wir dafür sorgen, dass Armin Laschet im September nicht Bundeskanzler wird, und trösten ihn mit dem Spitznamen „Brückenkanzler".

06.04.2021

Während der Lockdowns im Jahr 2020 gab es in Deutschland einen Rekordrückgang des CO2-Ausstoßes, vor allem deshalb, weil nicht so viele Deutsche zum Beispiel nach Nepal oder Peru geflogen sind, um sich dort an Kulturzeugnissen wie Hamburger und BILD-Zeitung zu erfreuen.

Viele Menschen irren sich jedoch in der Annahme, sie würden während der Lockdowns nur einen sehr geringen CO2-Ausstoß verursachen, weil sie mit dem Auto nicht von zu Hause zum Büro, sondern nur vom Schlaf- zum Arbeitszimmer fahren.

Videos zu streamen und den Onlinehandel zu nutzen, was die meisten Menschen während der Lockdowns mehr als sonst tun, erzeugt ebenfalls einen hohen CO2-Ausstoß. Viele Eltern verdienen natürlich Nachsicht dafür, dass sie sich nach fünf Minuten Homeschooling als Ausgleich und Seelenbalsam stundenlang Gewaltfilme anschauen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie durchstöbern viel mehr Deutsche das Internet, um sich durch Videos zu Virologen ausbilden zu lassen. Und dass der mit dem Internetkonsum steigende CO2-Ausstoß aus der Arktis noch keine Wüste gemacht hat, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass so viele Deutsche schon nach dem Anschauen eines dreiminütigen Videos Expertenstatus haben.

Das Internet so oft zu nutzen gehört für viele Menschen zum modernen Alltag: Sie müssen auf die E-Mails des jeweils in einem fernen Land lebenden Prinzen antworten, der jeden seiner E-Mail-Empfänger zum Alleinerbe seines Millionen-Vermögens auserwählt hat.

In die Kommentarspalten der Internetbeiträge unter dem Motto „Impfen – na klar!" schreiben sie Kommentare unter dem Motto „Schimpfen – na klar!".

Sie benachrichtigen ihre Verwandten via Skype, sie könnten wegen eines grassierenden Virus leider nicht zur Familienfeier erscheinen – eine Begründung, die sie seit vielen Jahren verwenden und die erst in der Corona-Pandemie wahrgeworden ist.

Schon wegen des enormen CO2-Ausstoßes wäre es angebracht, dass mehr Menschen ihre derzeit besonders hohe Internetnutzung einschränken: Man muss bei Onlinehändlern nicht ständig Hosen bestellen, denn bei Videokonferenzen im Homeoffice fällt eine fehlende Hose nicht auf.

Man muss sich nicht einmal zur Recherche ein Internetvideo Attila Hildmanns oder Michael Wendlers anschauen, denn die Auswirkungen von Quecksilberdämpfen auf das Gehirn sind hinreichend bekannt.

Und gerade, wenn man sich für die Natur begeistert, ist es wegen des CO2-Ausstoßes beim Internetkonsum ratsam, sich nicht jede Naturdokumentation anzuschauen. Um zu erfahren, wie sich Allesfresser durch ihr Leben in der Wildnis gegen Krankheiten immunisieren, reicht für Eltern ein Blick ins Zimmer ihrer Kinder.

04.04.2021

Du, Hans-Georg Maaßen (Ex-Verfassungsschutzchef), möchtest im September dieses Jahres für die Thüringer CDU in den Bundestag einziehen.

Nachdem Nazis im August 2018 in Chemnitz aufmarschiert waren, Migranten verfolgt und ein jüdisches Restaurant überfallen hatten, hast Du behauptet, in Chemnitz hätte es keine Ausschreitungen gegeben.

Und da Du derzeit auf Twitter Verschwörungsgedöns und rechtsradikale Inhalte verbreitest, wäre es doch konsequent, wenn die Wähler in dem Südthüringer Wahlkreis, in dem Du kandidieren wirst, nach der Wahl behaupten, auf der Kandidatenliste hätte es keinen Hans-Georg Maaßen gegeben.

@Karma

29.03.2021

Ist der Umstand, dass wir derzeit in einer besonders schwierigen Zeit leben, nicht nur der folgerichtige Umstand dessen, dass wir davor in einer vergleichsweise einfachen Zeit gelebt haben?

Fest steht: Es bringt nichts zu jammern.

Zu jammern ist, als wollte man etwas gegen ein Problem machen, indem man sich selbst fertigmacht.

Die einzig sinnvolle Form des Jammerns ist Handeln.

Das einzig richtige Handeln ist altruistisches Handeln.

Zum altruistischen Handeln gehört es, die Natur zu erhalten, wodurch Menschen wie früher mit manchem Virus erst gar nicht in Berührung kommen.

Zum altruistischen Handeln gehört es auch, gewisse Dinge nicht zu tun: derzeit zum Beispiel, die sonst üblichen Bunga-Bunga-Partys nicht zu feiern; wegen des Tragens von Schutzmasken keinen antisemitischen Unsinn zu verbreiten, zumal vielen eine Maske auch in einer coronafreien Zeit gut zu Gesicht stünde; dem Ehepartner nicht einzureden versuchen, Social Distancing mache gemeinsame Hausarbeit unmöglich und das Weggeben der Kinder unumgänglich.