Satire-Blog

26.11.2020

... natürlich ist es nachvollziehbar, dass Kulturveranstaltungen auch in nächster Zeit pauschal untersagt sind, obwohl Kabarett- und Theaterveranstaltungen die Infektionszahlen nicht nennenswert erhöhen, und dass Weihnachten indes mit einem Teil der Verwandtschaft gefeiert werden darf, obwohl private Feiern die Infektionszahlen drastisch ansteigen lassen.

Kultur erweitert das Weltbild respektive das Bewusstsein der Menschen, gibt ihnen sowohl Hoffnung als auch Erbauung und ermöglicht ihnen dadurch trotz aller Widrigkeiten ein erfülltes Leben; Weihnachten hingegen bietet den Menschen Familienstreit – und Menschen brauchen Familienstreit.

Sie brauchen schließlich etwas, was ihnen bewusstmacht, dass Menschen mehr sind respektive mehr sein können als sich wegen unterschiedlicher Herkunft oder verschiedenen Geschlechts gegenseitig diskriminierende, nur auf Geld und persönlichen Erfolg und Konsum materieller Dinge fixierte, andere Menschen und die Natur ausbeutende Lebewesen.

Möge die Weitsicht der Verantwortlichen in der Politik den Familienstreit zu Weihnachten in allen Notzeiten erhalten.

@ewig-bestehe-die-Kultur-und-das-Ironieverständnis-der-Menschen

25.11.2020

Aus aktuellem Anlass, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der Blog-Beitrag vom 30.03.2020:

Hergehört, Männer (nachfolgendes muss man gewiss nicht allen Männern klarmachen), auch wenn nicht jeder Mann imstande ist, mit seinen Händen berühmte Gemälde für gelangweilte Reisegruppen und Kunsträuber zu erschaffen oder dem Schwergewichtsboxweltmeister im Titelkampf die Omme weichzuklopfen oder bei Nazihirnen mit dem operativen Einsetzen eines Knödels das Denkvermögen um das doppelte zu erhöhen, so kann er doch anderen Menschen helfen.

Und auch, wenn ein Mann zum Helfen nicht imstande sein sollte, so darf er doch in keinem Fall seine Hände dazu benutzen, eine Frau zu schlagen (was infolgedessen, dass Paare wegen der Quarantäne nun mehr Zeit miteinander verbringen, drastisch zugenommen hat).

Auch wenn ein Mann zu nichts imstande ist und gar nichts sinnvolles anzufangen weiß, so sollte er auch auf der niedrigsten Stufe menschlichen Daseins seine Hände schlimmstenfalls dazu gebrauchen, sich als Kandidat für das RTL-Dschungelcamp zu bewerben oder sich einen HSV-Schal umzuwerfen oder auf die Autogrammkarten für seine Fans „Dieter Bohlen" zu schreiben.

23.11.2020

Eine Rednerin auf einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hat gesagt, sie fühle sich wie Sophie Scholl, weil sie derzeit unter anderem Flyer verteilt.

Klar.

Andere Menschen in Deutschland fühlen sich hingegen wie Gandhi, weil sie derzeit lange herumsitzen.

Und viele Deutsche fühlen sich wie Muhammad Ali, weil beim letzten Kneipenbesuch ihr Gegenüber schon während der zweiten Runde zu Boden ging.

22.11.2020

Herbst 2020: In den Baumkronen des Dannenröder Waldes nisten mehr Umweltaktivisten als Singvögel.

Es ist richtig, sich für den Erhalt der Natur zu engagieren. Allein in diesem Jahr haben Brände wie in Australien und Kalifornien mehr Waldflächen kahl gemacht als Peter Altmaier Buffetflächen.

Und erst als bis dahin unberührte Wälder vernichtet wurden, konnte das Coronavirus dort nicht mehr fernab der Menschheit unbeschwert Orgien feiern.

Darauf zu hoffen, dass die Allgemeinheit aus intrinsischer Motivation die Natur zu erhalten beginnt, ist ebenso sinnlos, wie darauf zu hoffen, dass ein sechsjähriges Kind angesichts von Spielen und Süßigkeiten lieber rettichmümmelnd Mathe-Hausaufgaben macht.

Eine (vermeintlich indianische) Weissagung müsste eigentlich lauten: Bevor die Menschheit einsieht, dass sie nicht auch noch den letzten Baum roden, den letzten Fluss vergiften, den letzten Fisch fangen sollte, wird sie eher Geld essen.

Deshalb ist es wichtig, besondere Initiative zu ergreifen. In Anbetracht dessen, dass jede Minute eine Regenwaldfläche in Größe von 35 Fußballfeldern gerodet wird, sollten jeweils genauso viele Fußballfelder aufgeforstet werden. Mit der Aufforstung des Fußballstadions auf Schalke erhöht man außerdem die dort gezeigte Spielkultur.

19.11.2020

Dass diejenigen, die ohne Rücksicht auf die Gesundheit anderer gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren, sich als „Querdenker" bezeichnen, ist so berechtigt, als bezeichneten sich Karpfen als „Querflieger".