Satire-Blog

21.10.2020

Viele Kommentare zur Coronavirus-Infektion Jens Spahns beweisen: Noch bedenklicher als das Fehlen wirksamerer Schutzmaßnahmen ist das Fehlen des letzten bisschen Anstands.

@über-Jens-Spahn-macht-man-Witze-wenn-er-(wieder)-gesund-ist

19.10.2020

Aus immer noch aktuellem Anlass der (vor genau sechs Monaten veröffentlichte) Blog-Beitrag vom 19.04.2020:

Als, Bundesregierung, die mit dem Virus Gier infizierten Banker mit kriminellen Spekulationsgeschäften die Weltwirtschaftskrise verursacht hatten und dringend Geld für neue kriminelle Spekulationsgeschäfte brauchten, da habt Ihr den Banken Milliarden Euro Steuergelder zur Verfügung gestellt.

Nun, da wegen des Coronavirus unter anderem Künstler und Kulturschaffende unverschuldet in Existenznot geraten sind, lasst Ihr eine ganze Branche im Stich.

Zu einem Eurer größten Irrtümer gehört die Auffassung, Künstler seien nicht systemrelevant. Das Leben der Menschen wird gewährleistet durch Hebammen, Landwirte und Krankenpfleger (und dafür verdienen diese endlich einen angemessenen Lohn); doch nur Künstler und Kulturschaffende gewährleisten den Menschen ein erfülltes Leben.

Ohne Kunst und Kultur wäre unser Leben reduziert auf die unmittelbar zum Überleben notwendigen Tätigkeiten, also Essen, Schlafen, Fortpflanzung. Wir würden ein Leben führen auf der Entwicklungsstufe eines Nacktmulls bzw. Michael Wendlers.

Kunst und Kultur ermöglichten erst die Menschwerdung: Die Steinzeitmenschen haben die verdrießliche Zeit in den zugigen Höhlen nur deshalb durchstanden, weil sie in den Höhlenmalereien Erbauung fanden (und zudem stolz darauf waren, mit diesen Höhlenmalereien die Baupläne für den Berliner Hauptstadtflughafen geschaffen zu haben).

Kunst und Kultur haben auch heutzutage nichts an ihrer existentiellen Bedeutung eingebüßt: Die Kabarett- und Theaterabende machen das Leben in diesem Land trotz Friedrich Merz und Björn Höcke erträglich.

Die Literatur und die Zeichenkunst geben den Menschen so viel Seelennahrung, dass sie damit sogar Eure Rentenpolitik überstehen.

Die Konzerte und Musikveranstaltungen erwecken die Menschen nach den Ansprachen des Bundespräsidenten wieder zum Leben.

Künstler und Kulturschaffende angemessen finanziell zu unterstützen ist deshalb folgerichtig. Die vom VW-Konzern angegebenen Abgaswerte und die von Verkehrsminister Andreas Scheuer gemachten Aussagen zum Maut-Debakel dürfen fortan nicht die einzigen kreativen Leistungen in diesem Land sein.

17.10.2020

Herr M., der als von vielen beneideter Influencer Fotos veröffentlicht, die ihn beim Erholen auf einer Karibik-Insel oder beim Verweilen auf einem Berg Norwegens zeigen, verdient durch sein Influencer-Dasein zum einen so viel Geld, dass er sich mit dem jeweils neuesten Fotobearbeitungsprogramm jederzeit auf eine Karibik-Insel oder auf einen Berg Norwegens instagramogeln kann, und verfügt durch sein Influencer-Dasein zum anderen über so viel Zeit für sich, dass er die meiste Zeit des Tages andere Menschen dabei beobachtet, wie sie durch Treffen mit Freunden und durch Aktivitäten fernab der Öffentlichkeit ein von ihm beneidetes schönes Leben führen.

@hoffentlich-verstehen-alle-das-für-diesen-Beitrag-gebildete-Kompositum-„instagramogeln"-(Instagram-und-mogeln)

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PS: Um eine von vielen Leserinnen und Lesern gestellte Frage zu beantworten: Bei Herrn M. handelt es sich um Herrn Mustermann. Sowohl in den bereits als auch in den fortan veröffentlichten Beiträgen ist Herr M. eine literarisch abstrahierte Figur, die mal im allgemeinen, mal im besonderen für eine Personengruppe der Gesellschaft steht.

15.10.2020

Ärgerlich für viele Rechtsextremisten: Nach etlichen mühsamen Jahren können sie das Wort „Holocaust" mit immerhin so wenigen Fehlern schreiben, dass andere nicht mehr das Wort „Hustensaft" zu lesen glauben – und nun verbietet Facebook die Holocaust-Leugnung und möchte gegen diesbezügliche Beiträge vorgehen.

Tröstlich für viele Rechtsextremisten: Ihre restlichen Beiträge gegen andere Menschen, verbunden mit der Forderung, wonach Menschen aus anderen Ländern die deutsche Sprache beherrschen müssen, werden sie weiterhin mit so vielen Fehlern schreiben, dass Facebook-Mitarbeiter ein auf Hindi verfasstes Rezept für indische Currysuppe zu lesen glauben.

13.10.2020

Herr M., der immer sehr stolz ist, wenn er fremden Frauen unaufgefordert sogenannte Dickpics sendet, weil er damit den Frauen seiner Meinung nach das von ihnen Begehrte zeigt, ist immer sehr wütend und traurig, wenn sein Chef ihm unaufgefordert Fotos von dessen Auto sendet, denn obwohl Herr M. Autoreisen mag, schmerzt ihn dennoch die Anmaßung, mit der sein Chef von ihm zu wissen glaubt, dass er ausgerechnet auf die Mitfahrgelegenheit in dessen Auto trotz solch eines unsympathischen Besitzers und trotz der obendrein mickrigen Maße hofft.