Aktuelles - Satire-Blog

22.04.2020

Dass Deinetwegen, Coronavirus, Restaurantbesuche und Bundesligaspiele derzeit ausfallen, nehmen die meisten Deutschen relativ vernünftig hin.

Dass Deinetwegen viele derzeit im Homeoffice jede Menge gemeinsame Zeit mit ihrem Partner und ihren Kindern verbringen müssen, ertragen viele Deutsche schlechtgelaunt.

Aber dass Deinetwegen nun das diesjährige Oktoberfest abgesagt wurde und deren zahlreiche Besucher deshalb nicht die Möglichkeit haben, lauwarme Plörre für 12 Euro pro Liter zu trinken, sich an eine Kellnerin klammernd zu übergeben und mit einem Zeltpfosten zu knutschen, mithin auf ihre identitätsstiftende Leitkultur verzichten müssen – das werden Dir viele Deutsche nie verzeihen ...

@natürlich-wirst-Du-auch-anonyme-Dankesbriefe-erhalten

21.04.2020

... es ist unverständlich, warum dieser Beschluss erst jetzt getroffen wurde. Es war doch immer klar, dass viele das Wohlergehen ihrer Mitmenschen schützen können, indem sie in der Öffentlichkeit eine Maske tragen.

@Griesgramgesichter

19.04.2020

Als, Bundesregierung, die mit dem Virus Gier infizierten Banker mit kriminellen Spekulationsgeschäften die Weltwirtschaftskrise verursacht hatten und dringend Geld für neue kriminelle Spekulationsgeschäfte brauchten, da habt Ihr den Banken Milliarden Euro Steuergelder zur Verfügung gestellt.

Nun, da wegen des Coronavirus unter anderem Künstler und Kulturschaffende unverschuldet in Existenznot geraten sind, lasst Ihr eine ganze Branche im Stich.

Zu einem Eurer größten Irrtümer gehört die Auffassung, Künstler seien nicht systemrelevant. Das Leben der Menschen wird gewährleistet durch Hebammen, Landwirte und Krankenpfleger (und dafür verdienen diese endlich einen angemessenen Lohn); doch nur Künstler und Kulturschaffende gewährleisten den Menschen ein erfülltes Leben.

Ohne Kunst und Kultur wäre unser Leben reduziert auf die unmittelbar zum Überleben notwendigen Tätigkeiten, also Essen, Schlafen, Fortpflanzung. Wir würden ein Leben führen auf der Entwicklungsstufe eines Nacktmulls bzw. Mario Wendlers.

Kunst und Kultur ermöglichten erst die Menschwerdung: Die Steinzeitmenschen haben die verdrießliche Zeit in den zugigen Höhlen nur deshalb durchstanden, weil sie in den Höhlenmalereien Erbauung fanden (und zudem stolz darauf waren, mit diesen Höhlenmalereien die Baupläne für den Berliner Hauptstadtflughafen geschaffen zu haben).

Kunst und Kultur haben auch heutzutage nichts an ihrer existentiellen Bedeutung eingebüßt: Die Kabarett- und Theaterabende machen das Leben in diesem Land trotz Friedrich Merz und Björn Höcke erträglich.

Die Literatur und die Zeichenkunst geben den Menschen so viel Seelennahrung, dass sie damit sogar Eure Rentenpolitik überstehen.

Die Konzerte und Musikveranstaltungen erwecken die Menschen nach den Ansprachen des Bundespräsidenten wieder zum Leben.

Künstler und Kulturschaffende angemessen finanziell zu unterstützen ist deshalb folgerichtig. Die vom VW-Konzern angegebenen Abgaswerte und die von Verkehrsminister Andreas Scheuer gemachten Aussagen zum Maut-Debakel dürfen fortan nicht die einzigen kreativen Leistungen in diesem Land sein.

17.04.2020

Ihr Lieben,

natürlich sind viele traurig darüber, dass Großveranstaltungen mindestens bis zum 31. August dieses Jahres untersagt sind und man deshalb in diesem Sommer nicht beim Wacken Open Air drei Tage lang Badeurlaub in Bierlachen machen kann.

Und es ist natürlich auch nicht schön, dass Friseursalons derzeit geschlossen haben und deshalb indessen viele beim Verlassen des Hauses vorbeilaufende Menschen zur Heckenschnittkunst animieren.

Dennoch sollte niemand sein Geld für das Hamstern von WC-Papier verschwenden. All diejenigen, die derzeit nicht wissen, wofür sie ihr frei verfügbares Geld ausgeben sollen, mögen bedenken, dass nach der Corona-Pandemie Theater- und Kabarettbesuche wieder möglich sein werden und dass sogar Künstler zum Überleben mehr als einen Erdnussflip pro Monat brauchen.

Wenn Autoren, Musiker, Veranstalter und andere Kulturschaffende in den nächsten Wochen und Monaten nicht ausreichend unterstützt werden, dann wird es nach der Corona-Pandemie ein Leben ohne jede Kunst und Kultur geben. Und Ihr möchtet doch nicht leben wie der Programmchef von RTL.

15.04.2020

Natürlich gilt es derzeit, das richtige Maß zwischen der Freiheit der Bürger und dem Schutz ihrer Gesundheit zu finden – aber die Argumentation, man könne auf Schutzmaßnahmen verzichten, weil nicht alle Krankenhäuser ausgelastet sind, ist ebenso sinnvoll wie die Argumentation, man könne auf Bremsen im Auto verzichten, weil man noch keinen Unfall hatte.