Satire-Blog

06.08.2020

... mal abgesehen davon, dass das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im optimalen Fall eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindert, zumindest aber Rücksicht auf die Gesundheit anderer Menschen signalisiert, ist die Maskenpflicht angesichts der von Hass und Hektik entstellten Gesichter vieler Menschen ein wertvoller Beitrag zur Verschönerung des Ortsbildes.

04.08.2020

Als, AfD-Politiker, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller vor etwa zwei Wochen in einer Landtagsdebatte den Mittelfinger zeigte, da habt Ihr gebelfert wie Rottweiler, denen man grünen Salat vorgesetzt hat.

Als letzten Samstag in Erfurt zwölf Rechtsextremisten drei Männer aus Guinea zusammengeschlagen haben und moralische Empörung einwandlos angebracht gewesen wäre, da wurdet Ihr bezeichnenderweise so schweigsam wie ein katholischer Priester bei einem Vaterschaftstest.

PS: Gewiss: Besonders bei einem Politiker sollte das Zeigen des Mittelfingers nicht zum Diskursrepertoire gehören. Andererseits: Sachliche und auf ethischen Prinzipien beruhende Argumente versteht Ihr ja nicht.
Das einzige, was Ihr – außer einem erhobenen Mittelfinger – versteht, nämlich einen Euch gegenüber entblößten Hintern, das ist sowohl im Politikbetrieb als auch in Alltagssituationen keine ohne weiteres praktikable Argumentationslinie.

02.08.2020

Zu den gängigsten Behauptungen, die Verschwörungsprediger verbreiten, gehört die Unterstellung, die Bundesregierung habe das Coronavirus nur erfunden, um die Wirtschaft herunterfahren und somit dem Land schaden zu können.

Und mit der Unterstellung, Deutschlands Wirtschaft in böswilliger Absicht zu schwächen, meinen Verschwörungsprediger tatsächlich die Bundesregierung, deren Mitglieder sich für die Wirtschaftslobbyisten eine Drehtür ins Rektum einbauen ließen.

Die Bundesregierung, die jedem Hartz-IV-Empfänger sofort den Essenszuschuss kürzen lässt, wenn sich dieser im Vorbeigehen an einem Restaurant durch Einatmen ausreichend zu sättigen weiß, und die jeden dadurch eingesparten Euro der Autoindustrie in Form eines Konjunkturpakets zur Verfügung stellt, sobald es auf der A3 mal einen Unfall weniger als sonst gegeben hat.

Die Bundesregierung, die von Nazis überfallene Flüchtlinge im BIP als gestiegene Nachfrage an Baseballschlägern vermerken lässt, weil ein möglichst hohes BIP das Maß für das so begehrte Wirtschaftswachstum ist, und die derzeit einen Rückgang des BIP um 10,1 Prozent hinnehmen muss, was der bisher größte Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970 ist.

Diese (hier satirisch dargestellten) Widersprüche geben Menschen im Normalfall zu denken. Aber Verschwörungsprediger, die ja so kritisch zu denken glauben, sind vom Denken genauso weit entfernt wie Tönnies' Arbeiter-Unterkünfte von einer Erwähnung in „Schöner Wohnen".

Oder wie Donald Trump vom Chemienobelpreis für seine Idee zur alternativen Anwendung von Desinfektionsmitteln.

01.08.2020

Ihr, Corona-Leugner, demonstriert für Freiheit und gefährdet mit Eurem unverantwortlichen Handeln sogar die Freiheit, die durch die Lockerungsmaßnahmen wieder zugenommen hat.

Ihr lebt in dem Wahn, die Bundesregierung habe die Corona-Pandemie nur erfunden, um dem deutschen Volk zu schaden, und schadet mit Eurem Verhalten anderen Bürgern, wie zum Beispiel Künstlern, die sich derzeit noch mehr als andere in einer prekären Lage befinden, oder den Krankenpflegern, die sich unter besonderer Gefährdung ihrer Gesundheit für die Gesundheit der Menschen engagieren.

Ihr verlacht Menschen, die die Existenz des Coronavirus nicht bestreiten, als unkritische Herde und hört unkritisch wie lämmerhaft auf Verschwörungsgeschwurbel mit einem niedrigeren Wahrheitsgehalt als Grimms Märchen.

Noch bevor Wissenschaftler ein Mittel finden, mit dem man Menschen gegen das Coronavirus schützen kann, finden sie hoffentlich ein Mittel, mit dem man Eure Dummheit zumindest abmildern kann.

31.07.2020

Die Corona-Pandemie ist ein Problem, Vorurteile und Klischees sind ein noch größeres: Trotz der Tatsache, dass sich während der Corona-Pandemie der Mangel an Blutspenden verschärft hat und Blutspendedienste die Menschen in Deutschland um Unterstützung bitten, dürfen homosexuelle Männer immer noch nicht Blut spenden (es sei denn, sie haben 12 Monate vor der Blutspende nachweislich enthaltsam gelebt).

Hinter dieser Regelung verbirgt sich das bei vielen Menschen mit einem Faustkeil ins Stammhirn eingravierte Klischee, wonach homosexuelle Männer alle zu einer Kerbe in ihrer Libido machen, die nicht entweder durch ein doppeltes X-Chromosom oder durch mit offener Brustbehaarung demonstrativ gezeigter Heterosexualität in Sicherheit sind.

Der Umstand, dass Menschen mehr wegen ihrer sexuellen Orientierung und weniger wegen ihrer Lebensweise in Risikogruppen eingeteilt werden, verkennt die Realität. So manche derjenigen, denen homofeindliche Einstellungen innewohnen, haben das gleiche Hygiene-Niveau wie eine öffentliche Toilette in Duisburg-Marxloh, profitieren auf dem Straßenstrich in Thailand vom Stammkundenbonus und verlustieren sich in ihrem Urlaub auf Borneo gern auch mal abseits des menschlichen Genoms.

Durch die zusätzlichen Blutspenden homosexueller Männer ließe sich der bestehende Mangel zwar nicht vollauf beheben, aber zumindest abmildern.
Der Schutz der Blutspende-Empfänger lässt sich – wie in anderen Ländern – durch entsprechende Tests sowie eine Frist von vier Monaten gewährleisten.
Und hinsichtlich einer humanistischen, mithin diskriminierungsfreien Gesellschaft ist es ein Gebot, dass homosexuelle Männer das gleiche Recht zum Blutspenden haben müssen wie alle anderen.