Satire-Blog

29.07.2020

Rechtsextremisten und Verschwörungsprediger möchten diesen Samstag mit einer Demonstration in Berlin das „Ende der Pandemie" feiern. Ebenso berechtigt wäre es, wenn die Menschen Afrikas am Samstag das Ende der Armut feiern.

Der Umstand, dass die Versammlungsbehörde Berlins die von Attila Hildmann für letztes Wochenende geplante Demonstration verboten hat (wegen seiner zu erwartenden strafbaren Äußerungen wie Volksverhetzung und Aufforderungen zu Straftaten), machte Hildmanns Anhänger zunächst sehr traurig.

Einen gleichwertigen Ersatz für die von Attila Hildmann geäußerten Informationen, die ihnen beim „Aufwachen" helfen, fanden sie jedoch schließlich beim Anschalten eines Heißluftgebläses.

27.07.2020

Du, Eva Herman (ehemalige „Tagesschau"-Sprecherin und ideologische Tochter Eva Brauns), und Dein Lebensgefährte Andreas Popp (Verschwörungsprediger und Untergangsprophet) vermittelt bei Euren Seminaren in Kanada die Botschaft, es sei höchste Zeit, Deutschland zu verlassen, weil es hierzulande (angeblich) „eine arabisch-afrikanisch-asiatische Invasion" gebe.

Ihr warnt also vor Menschen, die wegen tatsächlich existierender Not und Kriege ihre Heimat verlassen und (in überschaubarer Zahl) in Deutschland Schutz suchen, und möchtet gleichzeitig Deutsche davon überzeugen, wegen einer von Euch imaginierten Bedrohung in ein anderes Land auszuwandern ...

Wirres Gefasel, Eva Herman, ist bei Dir nichts neues: In Deinem Buch „Das Eva-Prinzip" hast Du die Rückkehr zur alten Rollenverteilung zwischen Frau und Mann gefordert – dabei hättest Du Deinem eigenen Weltbild zufolge keine glanzvolle Karriere als Nachrichtensprecherin gehabt, sondern Deine Tagesthemen wären nur Kochen, Putzen und Wäschewaschen gewesen.

Außerdem ist es ungerecht, dass Du und Dein Lebensgefährte ausgerechnet die freundlichen Kanadier mit Eurer Existenz belästigt.
Wenn Euch Deutschland zu tolerant ist, dann hättet Ihr doch zumindest in ein Land auswandern können, in dem der Wahhabismus (erzkonservative Auslegung des Islams) großen Einfluss hat.
Die Wahhabiten wären Dir, Eva Herman, bei der alten Rollenverteilung zwischen Frau und Mann gern behilflich; und Dein Lebensgefährte könnte Dich Kamel endlich gegen zwei Ziegen tauschen ...

25.07.2020

Der heutige Christopher-Street-Day ist der Tag, um all derjenigen zu gedenken, die nicht normal sind – also all derjenigen, die homosexuelle Menschen diskriminieren.

Bei homofeindlichen Lebewesen handelt es sich – so paradox dies zunächst klingen mag – im Grunde um bemitleidenswerte Geschöpfe, die aufgrund fehlender Persönlichkeit derart hohl sind, dass sie diese Leere mit Gewalt und Hasskommentaren zu füllen versuchen.

Als humanistische Gesellschaft ist es unsere Aufgabe, auch diese homofeindlichen Außenseiter in die Gemeinschaft zu integrieren, unter anderem dadurch, indem man ihnen Tätigkeiten anvertraut, an denen sie wachsen können – wie das Ausmalen von Malbüchern, wodurch ihr Intellekt die nächsthöhere Stufe erreicht, oder das Entleeren von Jauchegruben, wodurch sie sich, gleich einer Katharsis, von ihrem bisherigen Wesensinhalt befreien.

@allen-normalen-Menschen-einen-schönen-Christopher-Street-Day

23.07.2020

Vernunft – und damit nicht gemeint ist die fehlende Risikobereitschaft, auf einer Pegida-Demonstration um Spenden für syrische Flüchtlinge und die Alphabetisierung von AfD-Wählern zu bitten, und auch nicht die Unfähigkeit, bei einem Rockkonzert volltrunken abzuhotten;

Vernunft bewahrt einen Menschen in dieser Zeit zum Beispiel davor, dass er entweder auf das quarkdoofe Verschwörungsgeschwurbel Attila Hildmanns hereinfällt oder dass er für sich eine Intensivstation beansprucht, weil ihm der Mund-Nase-Schutz im Schlaf um einen Zentimeter verrutscht ist.

Vernunft befähigt einen Menschen auch dazu, trotz des verständlichen Verdrusses wegen der derzeitigen Einschränkungen nicht seine Familie zu vermöbeln (seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Gewalt gegen Familienmitglieder leider drastisch gestiegen), sondern seine Kraft zur Unterstützung anderer Menschen einzusetzen – zum Beispiel der Nachbarin beim Heckenschneiden zu helfen, denn das erspart der Nachbarin den längst überfälligen Friseurtermin.

Es ist höchste Zeit, dass viele Menschen zur Vernunft nicht mehr eine ebensolch große Distanz halten wie Horst Seehofer zur Kompetenz. Und die BILD-Zeitung zum Niveau.

21.07.2020

Bei der Bundeswehr sind in den letzten Jahren mehr als 60.000 Schuss Munition verschwunden und bei der KSK darüber hinaus 48.000 Schuss Munition sowie 62 Kilogramm Sprengstoff.

Horst Seehofer wird die Verteidigungsministerin und die Menschen in Deutschland damit zu beruhigen versuchen, dass, wenn man die Rechtsextremisten wie er in Ruhe gewähren lasse, immerhin so manche Patrone nach Anschlägen auf linke Politiker wiedergefunden werde.

Natürlich befindet sich nicht jede verschwundene Patrone in den Händen von Rechtsextremisten. Bei Schießübungen der Bundeswehrsoldaten sind viele Patronen, dem bei Hitze einen 90-Grad-Winkel bildenden G36-Gewehrlauf entweichend, im Baum neben dem Schützen gelandet.

Dennoch sollte man bei der Bundeswehr und der KSK fortan besser auf die Munition aufpassen. In Anbetracht der Drohungen, die Attila Hildmann derzeit unter anderem gegen den Grünen-Politiker Volker Beck ausstößt, muss der Verschwörungs-Koch etwas besitzen, womit er sich auch noch sein letztes Nanogramm Verstand weggeballert hat.