Satire-Blog

06.06.2020

Laut Beschluss der Bundesregierung wird es für Elektro-Autos eine Kaufprämie geben, aber nicht für Autos mit Verbrennungsmotor. Eine richtige Entscheidung, wonach die Autokonzerne endlich nicht mehr auf Automodelle setzen sollten, die nur Fortschritt bei der Entwicklung von Betrugssoftware hervorbringen.

So mancher Bürger jedoch ist empört: „Für die Elektroautobatterien werden seltene Metalle wie Lithium und Kobalt benötigt, bei deren Abbau in Ländern wie Kongo Kinder schuften müssen! Das muss aufhören! Diese Kinder sollten stattdessen weiterhin für meine Schokolade und meine Billig-Kleidung schuften!"

Es geht, dies sei klargestellt, nicht darum, herkömmliche Autos oder Autofahrer pauschal schlechtzumachen. Viele Autofahrer sind sehr freundlich und nehmen Radfahrer auf ihrer Motorhaube oft ein Stück mit.

So mancher Bürger übersieht jedoch, dass die dringend notwendige Umstellung auf umweltfreundliche Alternativen – wie zum Beispiel Wind- und Sonnenenergie oder neue Verkehrsmittel – noch in den sogenannten Kinderschuhen steckt. Und was käme heraus, wenn man einen noch in den Kinderschuhen steckenden Menschen – beispielsweise im Alter von drei Monaten – mit einem erwachsenen Menschen vergliche?

„Er kann nicht laufen, er hat keine Essmanieren, und seine Kenntnisse von französischer Literaturgeschichte sind äußerst mangelhaft. Deshalb sollte man ihn auf- bzw. weggeben. Am Mitarbeitereingang bei Primark gibt es jetzt eine Babyklappe."

(Wenn man einen drei Monate alten Menschen mit einem AfD-Wähler vergliche, käme man natürlich zu dem Schluss: „Er, der die braunen Absonderungen in den Windeln und nicht im Kopf hat, ist höherentwickelt.")

Auch technischer Fortschritt braucht Zeit. Es dauerte länger als die Regierungszeit der Großen Koalition von da an, als die Flugpioniere Gebrüder Wright immer wieder mit der Fallbeschleunigung von 9,81 Meter pro Quadratsekunde auf den Boden krachten, bis dahin, seitdem Horden schlichter Gemüter immer wieder für den Preis von 30 Euro nach Mallorca zum Sangria-Saufen fliegen.

Die Anhänger konventioneller Energiequellen sollten sich zudem klarmachen, dass die ersten Atomkraftwerke noch unsicherer waren als die unsicheren Atomkraftwerke heutzutage, und die ersten Kohlekraftwerke noch schmutziger als die schmutzigen Kohlekraftwerke derzeit.

All diejenigen, die die alternativen Energiequellen und Verkehrsmittel wegen deren derzeit noch vorhandenen Mängel schlechtreden, mögen bedenken, wie lange es gedauert hat, bis die Verbrennungsmotoren so weit entwickelt waren, dass die damit ausgestatteten ADAC-Abschleppwagen die wegen der Pannen von Verbrennungsmotoren stehengebliebenen Autos zur nächsten Werkstatt transportieren können.

04.06.2020

Hinsichtlich ihres derzeitigen Konjunkturpakets hat die Bundesregierung beschlossen, dass es für Autos mit Verbrennungsmotor keine Kaufprämie gibt und dass Eltern pro Kind einmalig 300 Euro erhalten.

Die Vorstandschefs der Autokonzerne sind empört.

Um die Bedeutsamkeit ihrer Autos zu beweisen, erstellen sie gerade eine Statistik, wie viele Eltern gar kein Kind ohne nächtliche Motorpannen hätten.

03.06.2020

Du, Donald Trump, machst für die derzeitigen Ausschreitungen in den USA die Antifa verantwortlich und möchtest diese als Terrororganisation einstufen.

Mal abgesehen davon, dass Antifa nicht nur die Bezeichnung für linksradikale (in den USA ohne Organisationsstrukturen existierende) Gruppen mit zum Teil gewaltbereiten Hitzköpfen ist, sondern vorrangig die Abkürzung für Antifaschismus, also eine eigentlich selbstverständliche Geisteshaltung.

Die Terrororganisationen, die für die derzeitigen Ausschreitungen in den USA verantwortlich sind und die es weltweit zu bekämpfen gilt, heißen Armut und Rassismus.

@Solidarität-mit-allen-Menschen

02.06.2020

Aufgrund dessen, dass der BVB-Spieler Jadon Sancho nach einem seiner Treffer sein Trikot auszog und mit der darunter befindlichen T-Shirt-Aufschrift „Justice for George Floyd" ein Statement gegen Rassismus setzte, erwägt der DFB eine Strafe gegen ihn.

Laut DFB-Regeln dürfen Fußballspieler nur Statements dafür setzen, dass dem DFB Korruption erlaubt ist und dass der DFB-Vorstand weiterhin zu wenig gegen Rassismus im Stadion tun sollte.

@Justice-for-George-Floyd

01.06.2020

Gewiss, Donald Trump ist nicht der Begründer des Rassismus in den USA. Die USA sind großgeworden durch die Auffassung der meisten weißen Einwanderer, schwarze Hände seien komplementär zu den weißen Baumwollblüten.

Und viele weiße US-Amerikaner glauben, es gebe besonders heutzutage keine Benachteiligung schwarzer Menschen, denn diese – wie man bei Ahmaud Arbery sehen konnte – hätten beim Joggen durch umhersurrende Gewehrkugeln sogar einen Motivationsvorteil.

Natürlich hofft man, der an George Floyds Tod schuldige Polizist werde entsprechend zur Verantwortung gezogen und könne sich nicht herausreden – à la, er habe nichts gegen schwarze Menschen, im Gegenteil, er finde schwarze Menschen zum Niederknien.

Worauf man jedoch nicht hoffen sollte, ist, dass der Rassismus unter Donald Trump abnehmen wird. Der Rassismus in den USA wird unter Präsident Donald Trump genausowenig abnehmen wie die Bildungsmisere in Deutschland unter einem Bildungsminister Lukas Podolski.

Gleichermaßen notwendig wie überfällig sind deshalb das niemals endende Engagement gegen den auch in Deutschland kaum weniger ausgeprägten Rassismus sowie die Solidarität mit allen Menschen.