Satire-Blog

04.10.2017

Liebe US-Waffenlobby,

der in der US-Verfassung verankerte zweite Zusatzartikel, gültig seit dem 15. Dezember 1791, erlaubt jedem US-Bürger den Besitz und das Tragen von Waffen. Beschlossen wurde dies damals, damit sich jeder US-Amerikaner im Unabhängigkeitskampf gegen einfallende Briten wehren konnte. Gültig ist es noch heute, da britische Soldaten immer noch ihre einstige Kolonie zurückerobern möchten – getarnt als Schüler und Lehrer an US-Highschools wie in Columbine, als dunkelhäutige Autofahrer bei Verkehrskontrollen, als Kleinkinder und als Besucher eines Country-Konzerts in Las Vegas.

Die Verteidigung durch Waffen ist also genauso notwendig wie im 18. Jahrhundert. Aber, liebe US-Waffenlobby, für unsere moderne Zeit sind die US-Waffengesetze viel zu lasch. In einer Zeit, in der der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un den USA offen mit einem Atomangriff droht, muss jedem US-Bürger der Bau und Einsatz von Atomwaffen erlaubt sein.

Die Zukunftstauglichkeit der von Euch aufrechterhaltenen und zeitlos gültigen US-Waffengesetze ist indessen erwiesen. Das Recht jedes US-Bürgers, ein Dumm-Dumm-Geschoss wie Donald Trump zum Präsidenten wählen zu können, ermöglicht bei einem Angriff von den Bewohnern des Planeten der Affen Verhandlungen in deren Muttersprache.

03.10.2017

3. Oktober: hoffentlich Vorläufer des Feiertages, an dem die Einheit der Menschen nach dem Fallen von Grenzen und Mauern auf der ganzen Welt gefeiert wird

PS: außer die Mauern, die Donald Trumps Aufenthalt innerhalb gutgepolsterter Wände gewährleisten

01.10.2017

Zuerst die schlechte Nachricht: Laut einer repräsentativen Umfrage wissen 59 Prozent der deutschen Schüler mit dem Begriff Auschwitz nichts anzufangen. Bei den 14- bis 16-jährigen sind es sogar nur 47 Prozent.

Das ist in Deutschland aber leider nichts neues: Die Groß- und Urgroßväter der heutigen Jugendlichen wussten 1946 auch nichts von Auschwitz.

Nun die gute Nachricht: Seit heute dürfen homosexuelle Menschen heiraten und ein Kind adoptieren.

Leider gibt es dazu immer noch viele Vorurteile: Nach Ansicht vieler Menschen in Deutschland ist es für ein Kind schlecht, wenn es von einem homosexuellen Ehepaar großgezogen wird. Nach Ansicht dieser Menschen ist es für ein Kind besser, wenn es traditionell bei Mutter und Vater von einer Chips-Tüte und einem Fernseher großgezogen wird.

Die sexuelle Orientierung der Eltern spielt für das Kindeswohl keine Rolle. Relevant sind Heranwachsende, die sich zum Beispiel in Geschichte auskennen – und die mit Vorurteilen und Begriffen wie RTL-Fernsehsendung nichts anzufangen wissen.

29.09.2017

Im Gegensatz zu der Meinung des Nestlé-Chefs ist der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht. Und der Kauf von Nestlé-Produkten ist keine Menschenpflicht. ;-)

27.09.2017

Aufgrund dessen, dass nach dem Wahlergebnis der AfD bei der Bundestagswahl wieder unreflektierte Schuldzuweisungen erfolgen, nachfolgend etwas aus meinem Buch zum Thema Vorurteile:

(Die verwendeten Begriffe „Ossi" und „Wessi" spiegeln nur den leider immer noch üblichen Sprachgebrauch wieder und gehören nicht zu dem von mir genutzten Vokabular. Ich selbst fühle mich nicht einmal einer Nation zugehörig, sondern – so schwer dies auch oft fällt – zu den Menschen.)

Die Wessis, die alle Ossis pauschal als Nazis verunglimpfen, offenbaren damit genau das Schwarz-Weiß-Denken von Nazis. Die Ossis, die alle Wessis pauschal als arrogant verunglimpfen, offenbaren damit die moralische Überlegenheit eines Voyers gegenüber einem Spanner.