Satire-Blog

27.09.2021

Demokratie ist eine gute Sache. Die Griechen haben im 5. Jahrhundert v. Chr. schließlich nicht in einer Polis gestanden und gesagt: „Lasst uns etwas erschaffen, dessen abgewandelte Form dazu führt, dass im Jahr 2021 die Menschen in Deutschland wählen und infolgedessen einen Kanzler wie Olaf Scholz oder Armin Laschet haben."

Demokratie bestand – damals nur für einheimische Männer – ursprünglich aus aktiver Beteiligung. In der parlamentarischen Demokratie begnügen sich die viele Menschen damit, alle vier Jahre Kreuze zu machen und sich während der nächsten Legislaturperiode das Kreuzigen der regierenden Politiker zu wünschen.

Die Auswahl war wie immer zweifellos dürftig: Bei dieser Bundestagswahl wählen zu gehen war für die Menschen in Deutschland wie der Besuch in einem Restaurant, das mit einem zukunftsweisenden Angebot wirbt; dabei beschränkt sich das Angebot unter anderem auf ein Häufchen Grütze (Armin Laschet) und einen Windbeutel (Olaf Scholz).

Eine wirkliche Veränderung – das zeigen die Ergebnisse der Bundestagswahl erneut – möchten die meisten Deutschen jedoch überhaupt nicht. Die Richtung zu ändern bedeutet in Deutschland: Die Menschen wenden und fahren noch mal durch die Einbahnstraße.

Damit sich etwas verbessert, müssen die Menschen in diesem Land jedoch etwas tun und bereit für Veränderungen sein. Das Meckern respektive die Couch-Demokratie schafft keine Gleichberechtigung, schützt nicht die Natur, bekämpft nicht den Rassismus und verhilft niemandem zu fairen Löhnen und bezahlbaren Wohnungen.

Und wer glaubt, dass die regierenden Politiker Veränderungen zum Wohle der Allgemeinheit herbeiführen, der sollte sich weniger Phantasy-Filme und vielmehr die Realität anschauen.
Zu den Dingen, die getan werden sollten, gehört nicht nur, sich von fossilen Energien (Erdöl, Kohle) unabhängig zu machen, sondern auch, sich nicht mehr auf nutzlose Energien (CDU- und SPD-Politiker) zu verlassen.

@jeder-kann-sich-engagieren

22.09.2021

Ihr Lieben,

morgen werde ich mal wieder auf einer Bühne zu sehen sein. Ich werde – wie im Februar 2019 publiziert – nicht mehr regelmäßig Auftritte absolvieren; aber zum einen gibt es Anfragen von freundlichen Veranstalterinnen und Veranstaltern, und zum anderen darf man die Bühnen dieser Welt nicht den Wendlers und Naidoos überlassen.

Festprogramm 70 Jahre Stadt- und Regionalbibliothek
Bad Tennstedt, Kulturbühne Kurpark, 19:00 Uhr

17.09.2021

Die Corona-Pandemie wäre für die Menschheit die Chance, den Pflegekräften die Bezahlung respektive die Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen wegen ihres für die Gesellschaft unentbehrlichen Verdienstes zusteht.

Viele Pflegekräfte suchen immer noch eine Wohnung, deren Vermieter als Bezahlung Applaus auf dem Balkon akzeptiert.

Die Corona-Pandemie wäre für die Menschheit die Chance, sich in dieser schweren Zeit auf den Zusammenhalt zu besinnen und die in den letzten Jahren zunehmende Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.

Die Gesellschaft spaltet sich nunmehr nicht nur in Arme und Reiche, sondern auch in Menschen, die sich schon impfen ließen, und Menschen, die sich erst impfen lassen, wenn „Querdenken"-Gründer Michael Ballweg die gleichen Impfstoffe als Impfstoffe gegen 5G anbietet.

Die Corona-Pandemie wäre für die Menschheit die Chance, mehr Wert auf Gesundheit zu legen und sich mehr um das Wohl anderer Menschen zu kümmern.

Mehr Menschen als sonst sorgen jeden Tag dafür, dass die Fahrradkuriere der Pizza-Lieferdienste ausreichend Bewegung haben und dass die Kuriere, deren Gehalt trotz Überstunden dem eines Hochzeitsplaners im Vatikan entspricht, wegen der unzähligen Überstunden auf dem Fahrrad zu Mietzahlungen überhaupt nicht imstande sein müssen.

Die Corona-Pandemie wäre für die Menschheit die Chance, eine Vision für eine Gesellschaft zu entwickeln, die nicht mehr auf Wirtschaftsinteressen basiert, sondern auf humanistischen Grundsätzen – mithin für eine Gesellschaft, in der Menschen gleich welcher Herkunft friedlich zusammenleben, Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Menschen aufgrund eines gerechten Lohnes keine Armut kennen und statt Profitgier Empathie herrscht.

Viele Menschen engagieren sich für eine Gesellschaft, in der sie für ihr Geschwurbel den Titel Dr. youtube erhalten, weil sie zum einen aus dem Mittelalter stammende Vorurteile gegen Juden wiederbeleben und weil sie zum anderen nachgewiesen haben, dass ihre Aluhüte zumindest jeglichen Sauerstoff von ihrem Kopf fernhalten.

Die Corona-Pandemie wäre für die Menschheit die Chance, ihren Umgang mit der Natur zu überdenken, denn der Raubbau an der Natur ist auch ein Grund dafür, dass der Mensch mit bisher unbekannten Viren in Kontakt kam.

Trotz all der Waldbrand- und Hochwasserkatastrophen sind viele Menschen immer noch der Meinung, man müsse die Natur nicht schützen, denn Naturschutz gefährde das Zwei-Grad-Ziel (die zunehmende Steigung der Börsengewinnkurve um mindestens zwei Grad) und führe zum Klima-Kipppunkt (dem Geschäftsklima-Kipppunkt mit unumkehrbaren Folgen wie das Ausbleiben der Dividenden).

Bleibt zu hoffen, dass sich die Menschheit irgendwann weiterentwickelt – schon deshalb, weil das Coronavirus weitgehend verschwände, sobald dieses hirnlose Virus in vielen Menschen nicht mehr nahe Verwandte erkennt.

11.09.2021

Gewiss, eine Demokratie hat gegenüber einer Diktatur nur Vorteile: Allein die Möglichkeit, seine Meinung frei äußern zu dürfen, ohne dass ein nordkoreanischer Pausbackenhamster bei einer von ihm abweichenden Meinung den Erschießungsbefehl erteilt, verbessert die Lebensqualität erheblich.

Allerdings kann auch eine Demokratie schmerzhaft sein, und zwar, wenn die Menschen bei einer Bundestagswahl die Qual der Wahl haben zwischen Parteien, deren Kanzlerkandidaten und Kanzlerkandidatin Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock heißen.
Also drei Kandidierende, deretwegen man der Regierung Japans gern die Aufforderung zukommen ließe, sie solle mit der Züchtung von Mensch-Schaf-Chimären sofort aufhören.

Der nächste Bundeskanzler respektive die nächste Bundeskanzlerin muss viele Probleme bewältigen: Es gilt unter anderem, sinnvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel zu beschließen, den Rechtsextremismus und den wegen der Quarkdenker noch mehr als sonst grassierenden Antisemitismus konsequent zu bekämpfen sowie die zunehmende Armut und Chancenlosigkeit vieler Menschen zu beseitigen.

Und inmitten einer Zeit, in der solche Herausforderungen zu meistern sind, heißen die Kanzlerkandidaten und die Kanzlerkandidatin Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock. Jeder Schüler in der 1. Klasse lernt, dass bei der Multiplikation mit Null das Ergebnis immer Null ist. Dennoch versucht man während des Wahlkampfes den Eindruck zu vermitteln, drei mal Null ergäbe einen würdigen Bundeskanzler.

Da ist zum einen Armin Laschet: Auf der Suche nach einem geeigneteren Kanzlerkandidaten würden sich die meisten Menschen in Deutschland sogar eher für eine Luftpumpe entscheiden.

Die Tatsache, dass die CDU unter seiner Führung in den Umfragen fortwährend abrutscht, kann Armin Laschet nicht verstehen: Er hat doch bewiesen, dass er sich auch inmitten einer Katastrophe sein Lachen bewahrt.

Armin Laschet hat – ebenso wie Annalena Baerbock – Plagiate begangen. Dass Armin Laschet keinen Respekt vor dem geistigen Eigentum anderer hat, ist auch darauf zurückzuführen, dass jemand ohne eigenes Eigentum keine Verlustangst kennt.

Da ist zum anderen Olaf Scholz: Im Gegensatz zu Armin Laschet und Annalena Baerbock hat man ihn noch nicht bei Plagiaten erwischt – weil seine langweiligen Ausführungen niemand liest.

Olaf Scholz führt derzeit in den Umfragen, denn viele Menschen schätzen seine unaufgeregte Art – ebendiese unaufgeregte Art, mit der Olaf Scholz sowohl beim Wirecard- als auch beim Cum-Ex-Steuerskandal nicht gehandelt hat.

Nach 16 Jahren mit Bundeskanzlerin Angela Merkel möchten viele Deutsche an ihrer Spitze auch weiterhin jemanden, der sie nicht von solch wichtigen Themen wie strittigen Elfmetern und Lothar Matthäus' 58. Ehefrau ablenkt.

Und da ist außerdem Annalena Baerbock: Etwas Kompetenteres und Charismatischeres findet man in jedem Gurkenglas.

Als Frau, die – zu Recht – Gleichberechtigung einfordert, lässt sie, so wie viele Männer in der Politik, Schönheitsoperationen natürlich nicht an ihrem Körper vornehmen, sondern an ihrem Lebenslauf.

Unter ihrer Führung könnte man es endlich schaffen, ganz Deutschland mit Erneuerbaren Energien zu versorgen – sofern es gelänge, die beim Suhlen in Fettnäpfchen entstehende Bewegungsenergie umzuwandeln.

Angesichts dieser Kandidierenden wissen sogar viele bisherige Stammwähler einer Partei nicht, welche Partei sie bei dieser Bundestagswahl wählen werden. Die AfD zu wählen ist trotz alldem falsch. Auch bei der Wahl zwischen ein paar trüben Tassen empfiehlt sich kein Griff zum Güllefass.

Viele Wählerinnen und Wähler in Deutschland stehen deshalb vor einem Dilemma. Nicht zu wählen bedeutet, extremistischen Parteien zu einem besseren Wahlergebnis zu verhelfen. Die AfD-Anhänger gehen alle wählen – schon aus Stolz, weil man ihnen nach deren zehnjährigem Aufenthalt in der achten Klasse eingeredet hat, sie könnten mit dem Hinterlassen eines Kreuzes endlich ihren Namen schreiben.

In Anbetracht dieser Situation kommen viele Menschen auf die Idee, bei der Bundestagswahl eine Partei zu wählen, die vermutlich nicht die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Falls nun allzu viele Menschen diese Wählertaktik praktizieren und ihr Kreuz zufällig bei derselben Partei machen, dann regieren in Deutschland demnächst die Grauen Panther oder die Partei der Pizza-Hawaii-mit-Ananas-Esser.

Damit die Menschen in Deutschland trotz dieser Aussichten nicht verzweifeln und infolgedessen Dummheiten begehen, wie zum Beispiel den schwachsinnigen Prophezeiungen Michael Wendlers anheimzufallen, sollten sie optimistisch bleiben: Vielleicht stellt sich nach der Bundestagswahl heraus, dass Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock den Menschen in diesem Land doch zu einem besseren Leben verhelfen können – zum Beispiel, indem man die drei in hochwassergefährdeten Gebieten postiert, damit sich die nächste herannahende Hochwasserwelle sagt: „Ach, die Menschen in Deutschland haben wirklich schon genug Katastrophen."

03.09.2021

Ihr, Medien, habt in den letzten Tagen solche Schlagzeilen herausposaunt wie „Vermögenssteuer schadet Wirtschaft massiv" (Handelsblatt) und „Vermögenssteuer könnte Wachstum bremsen" (Spiegel).
Eher nebenbei habt Ihr darauf hingewiesen, dass diese unbewiesenen Behauptungen auf Berechnungen des Ifo-Instituts basieren und dass das Ifo-Institut diese Berechnungen im Auftrag von Unternehmern durchgeführt hat.
Und überhaupt nicht erwähnt habt Ihr die Tatsache, dass das Ifo-Institut eine arbeitgebernahe Einrichtung ist, die – damals unter dem Ifo-Präsidenten Hans-Werner (Un-)Sinn – auch schon vor der Einführung des Mindestlohns derart eindringlich gewarnt hat, als zöge eine etwas gerechtere Bezahlung von Arbeitnehmern den Untergang des Abendlandes nach sich.

Es ist ebendieses Ifo-Institut, nach dessen Berechnungen die Einführung des Mindestlohns den Verlust von fast einer Million Arbeitsplätzen bedeutet haben würde – eine aus dem Jahr 2014 stammende Vorhersage, die ebenso ausgeblieben ist wie eine sinnvolle Beschäftigung für den ehemaligen Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn(-los).

Es ist dasselbe Ifo-Institut, das auch vor den angeblich schädlichen Folgen von Klimaschutzgesetzen auf die Wirtschaft warnt und dabei die Tatsache verkennt, dass die Folgen des Klimawandels die Wirtschaft schädigen werden und nicht Innovationen beim Klimaschutz – wie das Bewalden ganzer Regionen durch das Pflanzen eines Baumes für jede falsche Berechnung des Ifo-Instituts.

Es ist das Ifo-Institut, dessen Geschäftsklimaindex von Euch, Medien, ständig erwähnt wird, obwohl sogar eine blinde Kartenleserin wissenschaftlich fundiertere Prognosen erstellt.

Dass dieses Ifo-Institut nun, da sowohl die SPD als auch die Grünen und die Linke eine Vermögenssteuer fordern, nach einer im Auftrag von Unternehmern durchgeführten Berechnung eine Vermögenssteuer verteufelt, war so vorhersehbar wie intellektuelle Insuffizienz im Dschungelcamp.

Dass Ihr, Medien, solche Darstellungen oft unreflektiert übernehmt, ist jedoch ebenso unangemessen, als würdet Ihr nach einer im Auftrag des Waffenherstellers Heckler & Koch durchgeführten Berechnung des Ifo-Instituts schreiben: „Ein Verbot von Waffenexporten in Krisengebiete verursacht Hungerödeme bei Hundewelpen."

Oder, als würdet Ihr nach einer im Auftrag des Nestlé-Konzerns erstellten Studie des Ifo-Instituts schreiben: „Eine Reduzierung des Zuckergehalts in Nahrungsmitteln verlangsamt die Autos deutscher Bürger."