Satire-Blog

22.09.2020

+++ Friedrich Merz' Sorge, die Menschen in Deutschland könnten sich wegen der Corona-Pandemie an ein Leben ohne Arbeit gewöhnen, ist unberechtigt. In Anbetracht der Möglichkeit, irgendwann doch noch unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz leben zu müssen, möchten viele Deutsche schon jetzt lieber in die Steinbrüche Indiens. +++

+++ Bundesinnenminister Horst Seehofer hält eine Studie zu Rassismus in der Polizei weiterhin für überflüssig. Schließlich haben genügend Polizeibeamte das Ergebnis schon in Chatgruppen bekanntgegeben. +++

+++ Natürlich ist es unerträglich, dass die Insassen von Zeltlagern hierzulande Frauen begrapschen und die Sau rauslassen. War ja mal Zeit für eine Absage des Oktoberfestes. +++

+++ Das Bundesland Bremen verbietet Reichs- und Reichskriegsflaggen in der Öffentlichkeit. Die AfD-Wähler in den anderen Bundesländern haben nun Angst, dass auch sie ihre Bettlaken bald nicht mehr an der frischen Luft trocknen können. +++

21.09.2020

Morgen muss Herbstanfang sein. In den Supermärkten stehen die ersten Schokoladen-Weihnachtsmänner mit Mund-Nasen-Schutz und verleierten Augen angesichts der auf den Wunschzetteln notierten Attila-Hildmann-CD.

18.09.2020

Aus gegebenem Anlass der aktualisierte Blog-Beitrag vom 06.05.2020:

Der DFB und die Ministerpräsidenten der Länder: „Zum Start der neuen Bundesliga-Saison ist in den Fußballstadien wieder eine gewisse Anzahl Zuschauer erlaubt."

Die Vereinsvorsitzenden von Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg: „Prima. Aber was sind eigentlich Zuschauer?"

15.09.2020

Hinsichtlich der Frage, ob und, wenn ja, wie viele Flüchtlinge Deutschland aus dem Lager Moria aufnimmt*, sagen Rechtsextremisten und viele konservative Politiker, „2015 dürfe sich nicht wiederholen".

(*Bei den 1.500 Flüchtlingen, die Deutschland derzeit aufnehmen möchte, handelt es sich nicht um Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager Moria, sondern um andere auf griechischen Inseln befindliche Flüchtlinge, deren Schutzbedürftigkeit die Behörden bereits offiziell anerkannt haben, was bei den Flüchtlingen aus dem Lager Moria leider immer noch nicht der Fall ist.)

Dabei ist es höchste Zeit, dass sich „2015 wiederholt". Der Vorwurf von Rechtsextremisten und konservativen Politikern, Deutschland habe im Jahr 2015 (angeblich) zu viele Flüchtlinge aufgenommen, bedeutet im Grunde, die Bundesregierung und die meisten Bürger Deutschlands haben angesichts vieler Menschen in Not nicht nach persönlichem Vorteil und bürokratischen Befindlichkeiten gehandelt, sondern nach Werten wie Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Mit diesem Vorwurf sollte man leben können.

12.09.2020

Nach den Bränden im Flüchtlingslager Moria wird Deutschland bis zu 150 minderjährige Flüchtlinge aufnehmen. 150 von über 12.600 Menschen in Not. Das ist für Deutschland ebenso selbstverständlich wie das Pflanzen eines Kiefern-Setzlings wegen der Waldbrände im Regenwald und das Spenden eines Eiswürfels wegen der Gletscherschmelze in der Arktis.

Die Oberbürgermeister zehn deutscher Städte haben sich genau wie vor kurzem die Bundesländer Berlin und Thüringen bereiterklärt, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat dies mit der Begründung abgelehnt, man brauche eine europäische Lösung, wohlwissend, dass es bei der Flüchtlingsfrage mit rechtskonservativ regierten EU-Ländern wie zum Beispiel Polen und Ungarn niemals eine europäische Lösung geben wird.
Genauso gut könnte Horst Seehofer den Kampf gegen die Vetternwirtschaft in Deutschland mit der Begründung ablehnen, man brauche dazu erst die Zustimmung aller CSU-Politiker.

Horst Seehofer hat außerdem geäußert, die Rettung aller Flüchtlinge aus dem Flüchtlingslager Moria würde dazu führen, dass bald die nächsten Flüchtlinge in dieses Lager kommen. Anstatt solch einer Äußerung wäre es angemessen, wenn Deutschland sowohl durch das Beenden seiner Waffenexporte als auch durch eine humanitäre Wirtschaftspolitik alles dafür tut, dass diese Menschen nicht mehr aus ihren Heimatländern vertrieben werden.