Satire-Blog

14.07.2021

Nun hat also auch Armin Laschet ein Plagiat begangen – dergestalt, dass er Wirtschaftswachstum postuliert und damit abgeschrieben hat aus dem Buch „Das Kamasutra für CDU- und FDP-Abgeordnete sowie andere Wirtschaftslakaien, deren einzige Liaison Dow Jones heißt".

Allein die letzten Jahrzehnte haben jedoch eines bewiesen: Wirtschaftswachstum bedeutet, es wachsen die Müllberge, die Ungleichheit zwischen Arm und Reich sowie die Dividenden für Aktionäre.

Und die Umweltschäden. Auf der Suche nach einem größeren Kuchen, als er verputzen könnte, demoliert der Mensch das Gratis-Buffet Natur.

Oder anders ausgedrückt: In dem Drang, mehr zu bekommen, als er braucht, zerstört der Mensch das, was reichlich vorhanden ist.
Intelligenz ist ohnehin ein zu pauschales Charakteristikum für die Menschheit – mithin für eine Spezies, von der ein signifikanter Teil seine Lebenszeit freiwillig damit verbringt, zu Liedzeilen zu schunkeln wie: „Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt und mit seinem Schwanz die Fliege abgewehrt".

Der neoliberale Tagtraum von immer mehr Wirtschaftswachstum ist jedoch nicht nur unnötig und selbstzerstörerisch, sondern auch vergebens: Unbegrenztes Wachstum bei begrenzten Ressourcen gibt es genauso wenig wie neue Lösungsideen bei den Gehirnkapazitäten von Bundesregierungsmitgliedern.

11.07.2021

Bei einem Brand in einer Lebensmittelfabrik in Bangladesch starben vorgestern mindestens 52 Menschen, darunter zwölfjährige Kinder – genau solche Fälle könnte das im Juni vom Bundestag beschlossene Lieferkettengesetz fortan verhindern. Theoretisch. Praktisch ist dieses Lieferkettengesetz so zielführend wie eine Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung im Vatikan.

Die deutschen Unternehmen sind nur bei ihren unmittelbaren, also bei ihren direkten Zulieferern verantwortlich für die Einhaltung der Menschen- und Umweltrechte.
Bei ihren mittelbaren Zulieferern, also ab dem zweiten Glied der Lieferkette – dort, wo die Menschen- und Umweltrechte hauptsächlich verletzt werden, müssen deutsche Unternehmen erst dann aktiv werden, wenn sie davon konkrete Kenntnis haben.
Und die Fälle, in denen deutsche Unternehmen zugeben werden, dass sie bei ihren indirekten Zulieferern konkrete Kenntnis von einer Menschen- und Umweltrechtsverletzung haben, werden ebenso oft vorkommen wie eine Hochzeit zwischen BILD-Zeitungschef Julian Reichelt und Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Sowohl deutsche Unternehmen als auch Unternehmen in anderen Ländern werden sogar eindeutige Hinweise auf Kinderarbeit zu ignorieren respektive keck zu interpretieren wissen: Die Anwesenheit zwölfjähriger Kinder in einer Lebensmittelfabrik in Bangladesch wird nicht als ein Hinweis auf Kinderarbeit betrachtet werden, sondern als ein Hinweis darauf, dass es vor dreizehn Jahren eine Betriebsweihnachtsfeier gab, zu der auch Franz Beckenbauer eingeladen war.

Außerdem gilt das Gesetz zur Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten zunächst nur für die Unternehmen, die über 3000 Mitarbeiter haben. Das ist, als wollte man das Übergewicht bei den Bürgern beseitigen, indem man zunächst nur den Menschen eine Diät verordnet, die über 300 Kilo wiegen.

Da die Bundesregierung es also nicht geschafft hat, ein wirksames Gesetz zur Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten zu beschließen, sollten die Bürger Deutschlands lediglich ethisch korrekt hergestellte Produkte kaufen – also Produkte, bei deren Herstellung es höchstens einen Brand oder eine Ölkatastrophe im Monat gab und die Kinder nur eine 50-Stunden-Woche hatten.

Noch besser wäre es natürlich, die Menschen in Deutschland und in anderen Ländern würden fortan nur noch die Dinge kaufen, die sie wirklich brauchen, und auf die Dinge verzichten, die überflüssig sind. Dass man bekanntlich die besten Dinge ohnehin nicht für Geld bekommt, beweisen allein käufliche Politiker.

07.07.2021

In Kanada herrschen Temperaturen, deretwegen sich die dort lebenden Grizzlybären derzeit sogar die Bikinizone rasieren.

In Tschechien hat ein Tornado gewütet, also eine Art Wirbelsturm, die normalerweise in den USA für Donald Trumps Frisur verantwortlich ist.

Und die Waldbrände im Amazonas sowie die Überschwemmungen im Süden Deutschlands weisen eine ebensolch unglückliche Koinzidenz auf wie ein Andreas-Gabalier-Konzert in Mexiko und der Bau einer Lärmschutzwand in China.

All das ließe sich bewältigen; aber eher messen Elektroenzephalographen Hirnströme bei Tupperware als ein Nachlassen der Dummheit und Ignoranz vieler Menschen.

04.07.2021

Ihr, CDU-Politiker, solltet endlich Ideen und Lösungen entwickeln, was man zum Beispiel gegen die Altersarmut, die Umweltzerstörung und den Rechtsextremismus tun kann, anstatt nur damit Wahlkampf zu machen, dass die Kanzlerkandidatinnen und Kanzlerkandidaten der anderen Parteien in der 2. Klasse mal vom Banknachbarn abgeschrieben und im Alter von 6 Jahren mal einen Kaugummi auf die Straße gespuckt haben.

30.06.2021

Kaum sinkt der Inzidenzwert unter 10 – also unter 10 CDU-Maskendeals in 7 Tagen, kaum tragen die Fische in der Nord- und Ostsee wegen der Lockerungen wieder eine Augenmaske zum Schutz vor dem Anblick deutscher Urlauberwampen, schon spekulieren Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Unternehmer wieder über den Anstieg des Wirtschaftswachstums.

Die Bundesregierung und die Vorstandschefs fordern immer mehr Wachstum. Das stete Wachstum in den vergangenen Jahrzehnten hat jedoch nicht dazu geführt, dass es allen Menschen bessergeht – im Gegenteil: Wenige Menschen haben immer mehr; und immer mehr Menschen haben von dem Überfluss nichts.

Friedrich Merz hat auch viel Wachstum vorzuweisen: Er ist 1,98 Meter groß. Was nützt den Menschen viel Wachstum von etwas, das nur wenigen Aktionären Vorteile und den meisten Menschen nur Nachteile bringt?

Es sollte nicht das Ziel sein, von dem im Überfluss vorhandenen noch mehr zu produzieren, sondern, das im Überfluss vorhandene gerecht zu verteilen.

Es sollte desgleichen nicht fortdauern, dass auch in Deutschland verhältnismäßig wenige Menschen auf Kosten anderer reich werden und als Gegenleistung praktisch keine Steuern zahlen.
Panama, Luxemburg, Kaimaninseln – diese Swingerclubs für hinterzogene Steuergelder, diese Vergnügungsparks für Schwarzgeld.
Dort müssten die Finanzbehörden so durchfeudeln, dass dieses feudale Geld fortan Schulen saniert, die Gesundheitsversorgung gewährleistet und bedürftigen Menschen hilft.