Satire-Blog

12.11.2021

... es kommt vor allem darauf an, dass sich Menschen auch nach dem 9. November gegen Antisemitismus stellen.

@„niemals-vergessen"-auch-außerhalb-von-Gedenktagen-niemals-vergessen

04.11.2021

Jeder von uns muss alltägliche Entscheidungen treffen: Kauft man sich als nächstes eine Villa an der Côte d'Azur oder in Beverly Hills?

Entsorgt man AfD-Wahlwerbung in der Papiertonne wegen des Papiergehalts oder in einer Klärgrube wegen des Fäkaliengehalts?

Spielt man die Lieder Michael Wendlers laut ab; oder sollte man das Bestrafen nervender Nachbarn doch unterlassen?

Themen wie Migration oder Klimawandel sind vielen Menschen jedoch zu komplex; und viele überkommt die gleichwohl unberechtigte Angst, etwas zu verlieren oder etwas ändern zu müssen.
Um dennoch die richtige Entscheidung für ihr Handeln treffen zu können, sollten sich diejenigen die Frage stellen: Welche der möglichen Handlungen nützt dem Gemeinwohl?

Oder: Welche der möglichen Handlungen nützt dem Gemeinwohl mehr?

Die dem Gemeinwohl nützende respektive mehr nützende Handlung ist die richtige.

Das lässt sich am Beispiel des Klimawandels verdeutlichen. Diejenigen, die daran zweifeln, dass der derzeitige Klimawandel von der Menschheit verursacht wurde, sollten sich fragen: Nützt es dem Gemeinwohl, wenn man so viel mit dem Auto fährt, und zwar auch zum Besuch des Grundstücksnachbarn, dass Menschen mehr unter Lärm und Übelkeit leiden als nach der Veröffentlichung eines Justin-Bieber-Albums; wenn man so viel Fleisch isst, dass wegen des Abholzens von Regenwäldern für Weideflächen immer mehr Tierarten und indigene Menschen ins Gras beißen müssen; und wenn man so viel Plastik wegwirft, dass Menschen beim Schwimmen im Meer noch mehr Kunststoff unter ihren Handflächen haben als der Ehemann Pamela Andersons?

Oder nützt es dem Gemeinwohl, wenn man dazu beiträgt, dass man saubere Luft atmen und nicht mehr vielerorts Kohle-Briketts aus der Luft schneiden kann, dass auch die einheimischen Wälder erhalten und keine Firmenparkplätze für Investmentbanker werden und dass die Meere ein Lebensraum unter anderem für Fische und kein Unterwassermuseum für Plastikartikel sind?

Und deshalb sollten sich alle Menschen für den Naturschutz engagieren.

Indes werden sich viele empört die Frage stellen: Aber was nützt es, wenn man selbst zugunsten des Gemeinwohls handelt, solange es die meisten anderen Menschen nicht tun?
Die richtige Frage lautet jedoch: Nützt es dem Gemeinwohl, wenn man selbst mit gutem Beispiel vorangeht und die anderen Menschen irgendwann genauso handeln?

Zahlreiche Menschen werden sich fragen: Warum sollte man für das Wohl anderer Menschen sorgen, solange es einem selbst gutgeht?
Diejenigen sollten sich stattdessen fragen: Wie lange kann es einem selbst gutgehen, wenn dies für immer mehr andere Menschen nicht zutrifft?

Viele werden einwenden wollen, das Wohl aller Menschen sei ein unrealistisches Ziel. Das Wohl aller Menschen ist jedoch nur so lange ein unrealistisches Ziel, solange es die meisten für unrealistisch halten oder sich auf diesem Vorwand ausruhen.
Und ein Leben mit einem dem Wohle aller nützenden Ziel ist, auch wenn dieses nicht ganz erreicht wird, ein erstrebenswerteres Leben als eines, das nur auf das eigene Wohl ausgerichtet ist.

Da sich mit der Frage nach dem Nutzen für das Gemeinwohl die richtige Handlung erschließen lässt, kann sich jeder Mensch nun wieder den alltäglichen Entscheidungen zuwenden: Vertraut man auf die Berufschancen von Tankwarten; oder holt man seine Kinder von der letzten Autobahnraststätte doch ab?

Bringt man Fußballfans, die angesichts schwarzer Fußballspieler Affenlaute ausstoßen, in einem Zoo unter; oder bringt man sie zurück in den Urwald?

Lässt man in einer Diskussion das vermeintliche Argument zu, die Redefreiheit gelte auch für Xavier Naidoo und Attila Hildmann; oder sagt man zu Recht, zugunsten der Treibhausgasminderung müsse man die Flatulenzen dieser Rindviecher stoppen?

30.10.2021

Der aktuelle Uno-Weltklimabericht offenbart es: Das Klima erwärmt sich noch schneller, als man bisher angenommen hat; und das kann die Menschheit nur verhindern, wenn sie fortan auf fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle verzichtet.
Viele Menschen schreien jedoch sofort empört auf: „Die Wind- und Sonnenenergie reicht noch nicht aus, um zu gewährleisten, dass auch während windstiller Nächte in der Hütte unseres Dritthundes der Großbildfernseher durchgängig läuft."

Diese Menschen übersehen jedoch, dass die dringend notwendige Umstellung auf umweltfreundliche Alternativen – wie zum Beispiel Wind- und Sonnenenergie oder neue Verkehrsmittel – noch in den sogenannten Kinderschuhen steckt. Und was käme heraus, wenn man einen noch in den Kinderschuhen steckenden Menschen – beispielsweise im Alter von drei Monaten – mit einem erwachsenen Menschen vergliche?

„Er kann nicht laufen, er hat keine Essmanieren, und seine Kenntnisse in französischer Literaturgeschichte sind äußerst mangelhaft. Deshalb sollte man ihn auf- bzw. weggeben. Am Mitarbeitereingang bei Primark gibt es jetzt eine Babyklappe."

Auch technischer Fortschritt braucht Zeit: Es dauerte mehrere Generationen von da an, als die Flugpioniere Gebrüder Wright den Luftraum zunächst nur mit der Fallbeschleunigung von 9,81 Meter pro Quadratsekunde durchquerten, bis zu dem Zeitpunkt, seitdem Horden schlichter Gemüter für den Preis von 30 Euro nach Mallorca zum Reihern fliegen.

Etliche Menschen kritisieren zudem, Windräder und Solarparks würden die Natur verschandeln. Man muss diesen Anlagen zugutehalten, dass sie umweltfreundliche Energie gewinnen – auch wenn sie die Schönheit der Natur nicht genauso zur Geltung bringen wie Braunkohletagebauten, zig Quadratkilometer große Erdölteppiche auf den Meeren und infolge des Klimawandels vom Hochwasser zerstörte Ortschaften.

Viele Menschen monieren, dass wegen der Windräder mindestens 100.000 Vögel pro Jahr umkommen. Da vor den Küsten Europas über Hunderttausend Tonnen Atommüll im Meer versenkt wurden und radioaktiv verseuchte Flüssigkeiten weiterhin ins Meer geleitet werden, haben Millionen Meeresvögel und andere Tiere infolge der Nutzung von Atomenergie hingegen eine strahlende Zukunft.

Auch die Tatsache, dass mindestens 18 Millionen Vögel pro Jahr sterben, weil sie gegen von innen beleuchtete Fensterscheiben fliegen, entgeht den Windkraftkritikern – schließlich verputzen sie im gleißenden Zimmerlicht gerade eine Pute.

Zahlreiche Menschen beanstanden, zum Herstellen von Batterien für Elektroautos werde Kobalt verwendet. Aber zum einen hat die Entwicklung von Elektroautos respektive alternativer Autos erst begonnen; und zum anderen stört es die Nörgler nicht, dass zum Herstellen ihrer Handys und Computer, auf denen sie ihre Hasskommentare gegen Umweltschützer schreiben, ebenfalls Kobalt verwendet wird.

Ingenieure und Wissenschaftler werden irgendwann Autos entwickeln, deren Antrieb weder auf dem Verbrennen fossiler Brennstoffe noch auf dem Verwenden von Kobalt basiert. Angetrieben werden diese Autos wohl durch die in den meisten Autofahrern unbegrenzt vorhandene Fluch-Energie – also der Energie, die bei den meisten freigesetzt wird beim Fluchen über Radfahrer, die sich nach einem Zusammenstoß gratis auf der Motorhaube mitnehmen lassen, und Autofahrer, deren Fahruntüchtigkeit wegen ihrer Fahrgeschwindigkeit von nur 250 km/h auf der Überholspur offensichtlich ist.

Einen noch höheren Energieertrag bekäme man, wenn Wissenschaftler herausfinden, wie man die Dummheit und die Doppelmoral der Klimawandelleugner in Energie umwandeln kann.

28.10.2021

Einen Menschen richtig zu beurteilen glauben viele Menschen, wenn sie ihre Vorurteile wegen ihrer Vorurteile bestätigt sehen.

23.10.2021

Mit dem Umbenennen von Hartz IV in Bürgergeld ist es ebenso wenig getan wie mit dem Umbenennen von Mini-Rente in Schlankheitskur, von Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Liegekomfort und von Hochwasserkatastrophen in Bürgerbad.

@Dinge-statt-Namen-ändern