Satire-Blog

25.07.2020

Der heutige Christopher-Street-Day ist der Tag, um all derjenigen zu gedenken, die nicht normal sind – also all derjenigen, die homosexuelle Menschen diskriminieren.

Bei homofeindlichen Lebewesen handelt es sich – so paradox dies zunächst klingen mag – im Grunde um bemitleidenswerte Geschöpfe, die aufgrund fehlender Persönlichkeit derart hohl sind, dass sie diese Leere mit Gewalt und Hasskommentaren zu füllen versuchen.

Als humanistische Gesellschaft ist es unsere Aufgabe, auch diese homofeindlichen Außenseiter in die Gemeinschaft zu integrieren, unter anderem dadurch, indem man ihnen Tätigkeiten anvertraut, an denen sie wachsen können – wie das Ausmalen von Malbüchern, wodurch ihr Intellekt die nächsthöhere Stufe erreicht, oder das Entleeren von Jauchegruben, wodurch sie sich, gleich einer Katharsis, von ihrem bisherigen Wesensinhalt befreien.

@allen-normalen-Menschen-einen-schönen-Christopher-Street-Day

23.07.2020

Vernunft – und damit nicht gemeint ist die fehlende Risikobereitschaft, auf einer Pegida-Demonstration um Spenden für syrische Flüchtlinge und die Alphabetisierung von AfD-Wählern zu bitten, und auch nicht die Unfähigkeit, bei einem Rockkonzert volltrunken abzuhotten;

Vernunft bewahrt einen Menschen in dieser Zeit zum Beispiel davor, dass er entweder auf das quarkdoofe Verschwörungsgeschwurbel Attila Hildmanns hereinfällt oder dass er für sich eine Intensivstation beansprucht, weil ihm der Mund-Nase-Schutz im Schlaf um einen Zentimeter verrutscht ist.

Vernunft befähigt einen Menschen auch dazu, trotz des verständlichen Verdrusses wegen der derzeitigen Einschränkungen nicht seine Familie zu vermöbeln (seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Gewalt gegen Familienmitglieder leider drastisch gestiegen), sondern seine Kraft zur Unterstützung anderer Menschen einzusetzen – zum Beispiel der Nachbarin beim Heckenschneiden zu helfen, denn das erspart der Nachbarin den längst überfälligen Friseurtermin.

Es ist höchste Zeit, dass viele Menschen zur Vernunft nicht mehr eine ebensolch große Distanz halten wie Horst Seehofer zur Kompetenz. Und die BILD-Zeitung zum Niveau.

21.07.2020

Bei der Bundeswehr sind in den letzten Jahren mehr als 60.000 Schuss Munition verschwunden und bei der KSK darüber hinaus 48.000 Schuss Munition sowie 62 Kilogramm Sprengstoff.

Horst Seehofer wird die Verteidigungsministerin und die Menschen in Deutschland damit zu beruhigen versuchen, dass, wenn man die Rechtsextremisten wie er in Ruhe gewähren lasse, immerhin so manche Patrone nach Anschlägen auf linke Politiker wiedergefunden werde.

Natürlich befindet sich nicht jede verschwundene Patrone in den Händen von Rechtsextremisten. Bei Schießübungen der Bundeswehrsoldaten sind viele Patronen, dem bei Hitze einen 90-Grad-Winkel bildenden G36-Gewehrlauf entweichend, im Baum neben dem Schützen gelandet.

Dennoch sollte man bei der Bundeswehr und der KSK fortan besser auf die Munition aufpassen. In Anbetracht der Drohungen, die Attila Hildmann derzeit unter anderem gegen den Grünen-Politiker Volker Beck ausstößt, muss der Verschwörungs-Koch etwas besitzen, womit er sich auch noch sein letztes Nanogramm Verstand weggeballert hat.

20.07.2020

Du, Donald Trump, hast die Kriegsflagge der Konföderierten (die Mississippi Ende Juni als letzter US-Bundesstaat aus seinen offiziellen Symbolen getilgt hat) als „stolzes Symbol" des Südens bezeichnet.

Ebenso könnte man die weißen Kapuzen der Ku-Klux-Klan-Mitglieder als stolze Hutmode des Südens bezeichnen.

Während die Kriegsflagge der Konföderierten ein Symbol für eine Zeit ist, in der Menschen nur wegen ihrer schwarzen Haut zu Unrecht verfolgt und als Sklaven gehalten wurden, bist Du, Donald Trump, ein Symbol dafür, dass Dummheit und Arroganz als Qualifikationen für ein Präsidentenamt ausreichen.

18.07.2020

Wissenschaftler haben in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie nachgewiesen, was ohnehin feststand: Für die mit dem hohen Fleischkonsum einhergehende Massentierhaltung importiert die EU Soja, die zu einem großen Teil auf eigens dafür illegal abgeholzten Regenwaldflächen angebaut wird.

(Die aktuelle Nachricht, wonach die brasilianische Regierung die illegale Abholzung im Amazonas für 120 Tage aussetzt, ist nicht tröstlicher als die Ankündigung eines Massenmörders, für die nächsten 120 Tage eine Schaffenspause einzulegen.)

Was jeder Mensch beachten kann, um seinen Fleischkonsum wenigstens zu reduzieren:

- Einen gleichwertigen Ersatz für Billig-Fleisch erhält man durch den Verzehr von Styropor und frittiertem Zeitungspapier.

- Antibiotika gibt es nicht nur in Form von Hähnchenfleisch.

- Jeder Mensch kann regelmäßig einen fleischfreien Tag einlegen, an dem er stattdessen Thunfisch isst.

- Niemand sollte seinen Fleischkonsum zu rechtfertigen versuchen, indem er sich einredet, wie gut es die Tiere angeblich haben – auch wenn in Rheda-Wiedenbrück ein Schwein sozusagen in Freilandhaltung lebt und dessen Stallbox die Größe eines Chefbüros hat.

- Es stimmt, dass die Schale von Obst besonders gesund ist und deshalb mitgegessen werden sollte; aber zu der Schale eines Apfels zählt nie ein unmittelbar angrenzendes Spanferkel.